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Israel, VAE: Gemeinsame Weltraumprojekte

ICEJ-Nachrichten vom 21. Oktober 2021

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Posted on: 
21 Okt 2021
Israel, VAE: Gemeinsame Weltraumprojekte

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen bei mehreren Weltraumprojekten zusammenarbeiten. Orit Farkash-Hacohen, Israels Ministerin für Wissenschaft und Technologie, und Sarah bint Yousef al-Amiri, emiratische Staatsministerin für Spitzentechnologien und Leiterin der emiratischen Raumfahrtbehörde, unterzeichneten am Mittwoch eine entsprechende Absichtserklärung. Unter anderem ist ein gemeinsamer Start der Mondlandemission „Bereschit 2“ vorgesehen. Die für 2024 geplante Mission wird der zweite Versuch der israelischen Organisation SpaceIL sein, auf dem Mond zu landen. Das unbemannte Gerät „Bereschit 1“ stürzte im April 2019 kurz vor der Landung ab. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt sollen Studenten aus Israel und den VAE Daten der „Bereschit 2“ auswerten, um die genaue Zeit des Neumonds festzustellen. Sowohl jüdische als auch muslimische Feiertage werden anhand der Mondphasen bestimmt. Außerdem vereinbarten Israel und die VAE, gemeinsam in den Bereichen Präzisionslandwirtschaft, Wasserüberwachung und Wüstenbildung zu forschen, basierend auf Daten des israelisch-französischen Erdbeobachtungssatelliten „VENµS“. Die VAE sind bereits selbst im Weltraum aktiv. Die Raumsonde „Al-Amal“, die erste Raumsonde eines arabischen Landes, umkreist seit Februar den Mars und sammelt Daten über den roten Planeten.

Foto: MOST, Farkash-Hacohen und al-Amiri in Dubai, 20.10.2021

Schwere Ausschreitungen in Jerusalem

Am Dienstag ist es in Jerusalem zu den schwersten Ausschreitungen seit Mai gekommen. Nahe des Damaskus-Tors bewarfen palästinensische Randalierer, meist Jugendliche und junge Erwachsene, israelische Polizisten und vorbeifahrende Fahrzeuge mit Steinen. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein und sprühte übel riechende Flüssigkeit auf die umliegenden Straßen, um die Randalierer zu vertreiben. 22 Personen wurden festgenommen, 17 verletzt. Drei Busse wurden im Steinhagel beschädigt. „Die Menschen hatten den Tod vor Augen, es war wie im Kriegsgebiet“, berichtete ein Busfahrer, der seine Passagiere anwies, sich auf den Boden zu legen. Seit einigen Wochen kommt es am Damaskus-Tor immer wieder zu Ausschreitungen von Palästinensern. Laut dem Busunternehmen Egged wurden Dutzende Busse durch Steinwürfe beschädigt. Der genaue Auslöser für die Unruhen ist unklar. Palästinenser werfen Israel vor, nahe der Altstadtmauer zwei muslimische Friedhöfe geschändet zu haben. Bei Bauarbeiten im Auftrag der Natur- und Parkbehörde sowie der Jerusalemer Stadtverwaltung waren menschliche Knochen gefunden worden. Die Behörde betonte, die Arbeiten fänden auf öffentlichem Gelände außerhalb der Friedhöfe statt. Die israelische Polizei geht davon aus, dass gelangweilte Jugendliche auf der Suche nach „Aufregung“ gezielt Polizisten provozieren und sich dazu auf Social Media gegenseitig anstacheln würden.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für den Frieden Jerusalems und ein Ende der Ausschreitungen. Beten wir, dass Gott diesen jungen Palästinensern eine Zukunftsperspektive schenkt.

Israel: Verschärfte Kriterien für Premierminister geplant

Israels Justizminister Gideon Sa’ar hat am Dienstag einen Gesetzesentwurf veröffentlicht, der vorsieht, dass Knesset-Abgeordnete, die sich vor Gericht wegen eines Verbrechens mit einem Mindeststrafmaß von drei Jahren Haft oder wegen moralischen Fehlverhaltens verantworten müssen, nicht mit der Regierungsbildung beauftragt werden dürfen. Kritiker des Gesetzes werten es als Versuch, eine erneute Amtszeit von Oppositionsführer Benjamin Netanjahu zu verhindern. Netanjahu wird wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue in drei Fällen und Bestechung in einem der Fälle gerichtlich angeklagt. Das Strafmaß für Betrug und Untreue im Amt liegt bei mindestens drei Jahren Haft, bei Bestechung im Amt drohen mindestens zehn Jahre Gefängnis oder ein Bußgeld. Sechs der acht Koalitionsparteien unterstützen laut Sa’ar den Gesetzesentwurf. Noch ist unklar, welche Position die nationalreligiöse Jamina-Partei von Premierminister Naftali Bennett und die arabisch-islamistische Ra’am-Partei vertreten. Sa’ar betonte, die Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs sei mit Bennett abgesprochen gewesen, jedoch habe dieser noch nicht bestätigt, ob er es unterstützen wird. Die arabische Oppositionspartei Vereinte Liste kündigte ihre Unterstützung an. Es wird vermutet, dass Sa’ar das Gesetz erst nach dem 14. November der Knesset vorlegen wird. Spätestens bis zu diesem Datum muss Israels neuer Haushalt verabschiedet werden. Sollte der Haushaltsplan keine Mehrheit erhalten, würde die Knesset aufgelöst und Neuwahlen angesetzt werden. Die Koalitionsparteien sind bemüht, jegliche Streitpunkte zu vermeiden, um ihre Mehrheit von einer Stimme nicht zu gefährden.

Israel: Armee auf Hisbollah-Raketenbeschuss vorbereitet

Bei einem künftigen Krieg mit der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah könnten täglich bis zu 2.000 Raketen auf Israel gefeuert werden. Die israelische Armee sei jedoch darauf vorbereitet. Das sagte Generalmajor Uri Gordin, Kommandeur des israelischen Heimatfrontkommandos. Während des Gaza-Raketenkriegs im Mai habe die islamistische Terrororganisation Hamas im Schnitt mehr als 400 Raketen pro Tag auf Israel gefeuert. Städte wie Tel Aviv und Aschdod erlebten „ihren schwersten Beschuss in der Geschichte Israels“. Im Falle eines Krieges mit der Hisbollah, „erwarten wir fünfmal so viele Raketen täglich.“ Während des Libanon-Kriegs 2006 kamen 165 Israelis ums Leben, darunter 44 Zivilisten. Dem Heimatfrontkommando wurde damals Versagen beim Schutz der Zivilbevölkerung vorgeworfen. Inzwischen habe die Einheit ihre Präsenz in israelischen Ortschaften verbessert und Kommunikationswege ausgebaut, erklärte Gordin. Außerdem könne die Armee per Computer den Lauf einer abgefeuerten Rakete berechnen und anschließend die Bevölkerung im Umkreis der errechneten Einschlagsposition anweisen, Schutzbunker aufzusuchen. Die vom Iran unterstützte Hisbollah, militärisch stärker als die libanesische Armee, verfügt inzwischen über ein Arsenal von mehr als 150.000 Raketen und ist dabei, diese zu präzisionsgesteuerten Waffen umzurüsten. Israel befürchtet, dass die Hisbollah die aktuelle wirtschaftliche und politische Krise des Libanon nutzen könnte, um ihre Macht im Zedernstaat auszubauen.


 

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