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Israel verhaftet Hamas-Führer im Westjordanland

ICEJ-Kurznachrichten vom 2. April 2019

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Posted on: 
2 Apr 2019 (All day)
Israel verhaftet Hamas-Führer im Westjordanland

Israelische Sicherheitskräfte haben in der Nacht auf Dienstag im Westjordanland (Judäa und Samaria) zwölf palästinensische Terroristen der islamistischen Hamas verhaftet, darunter den Hamas-Führer Scheich Hassan Yousef. Das berichtet die Jerusalem Post am heutigen Dienstag. Yousefs Sohn Mosab half Israels Inlandsgeheimdienst Schin Beth von 1997 bis 2007 Terrorattacken der Hamas zu vereiteln. In Kalandiya nördlich von Jerusalem wurden die israelischen Soldaten während ihres Einsatzes mit Steinen und Sprengsätzen beworfen. Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ein 23-jähriger Palästinenser getötet und drei weitere verletzt. Die israelische Armee erklärte, der Vorfall werde untersucht. Den Verhafteten wird vorgeworfen, an Terroraktivitäten und gewalttätigen Unruhen gegen israelische Zivilisten und Soldaten beteiligt gewesen zu sein. Die Verhaftungen erfolgten eine Woche vor den Wahlen zur Knesset, dem israelischen Parlament.

 

Notstand im Iran wegen schwerer Überflutungen

Wegen drohender Überflutungen hat die iranische Regierung angeordnet, 70 Dörfer in der ölreichen Provinz Chuzestan im Westen des Landes zu evakuieren. Das berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA am heutigen Dienstag. Seit vor zwei Wochen die heftigsten Regenfälle im Iran seit gut einem Jahrzehnt begannen wurden mindestens 47 Menschen in verschiedenen Teilen des Landes getötet und viele weitere verletzt. In mindestens 25 der 31 Provinzen wurde der Notstand ausgerufen. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser wegen der Wassermassen verlassen, Dutzende Dörfer wurden bereits evakuiert. Der Schaden geht in Millionenhöhe. Wetterberichten zufolge wird in Gebieten, die bereits am schlimmsten von den Fluten betroffen sind, diese Woche weiterer Regen erwartet. Viele Iraner werfen ihrer Regierung schlechtes Krisenmanagement vor.

GEBETSANLIEGEN:

Bitte beten Sie mit uns für die iranische Bevölkerung in den überfluteten Gebieten. Beten wir um Schutz und schnelle praktische Hilfe inmitten dieser Naturkatastrophe, dass sich keine Krankheiten ausbreiten und besonders um Bewahrung und Ermutigung der verfolgten Christen im Iran, die einen schweren Stand haben.

 

Israel: Weiter mit Regen gesegnet

Der März hat sich am Wochenende mit kräftigen Regenschauern verabschiedet. Auf dem Berg Hermon in Nordisrael gab es leichten Schneefall. Der Wasserpegel des Sees Genezareth ist von Freitag bis Sonntag erneut um 4,5 Zentimeter gestiegen, insgesamt um 2,57 Meter seit Beginn der Wintersaison. Derzeit steht der Wasserpegel des Sees bei -211 Meter unterhalb des Meeresspiegels und damit 1,44 Meter oberhalb der unteren roten Linie, die einen sehr kritischen Wasserstand markiert. Israel erlebt nach Jahren der Dürre derzeit eine ungewöhnlich lange Regenzeit mit außergewöhnlich viel Niederschlag. Auch für Montag und den heutigen Dienstag wurde wieder Regen in vielen Gebieten des Landes angekündigt. Dem See Genezareth, der das wichtigste Wasserreservoir des Landes ist, fehlen allerdings immer noch 3,30 Meter bis zur vollen Kapazität.

 

Brasilien eröffnet Handelsvertretung in Jerusalem

Brasilien wird eine Handelsvertretung in Jerusalem eröffnen. Das gab der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der derzeit zu einem viertägigen Besuch in Israel ist, am Sonntag bekannt. Bei seinem Amtsantritt vor drei Monaten hatte Bolsonaro erklärt, sein Land werde dem Beispiel der USA und Guatemalas folgen und die brasilianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Israel hofft, dass die Eröffnung der Handelsvertretung ein erster Schritt in diese Richtung ist. Am heutigen Dienstag besuchte Bolsonara gemeinsam mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu eine Innovationsmesse in Jerusalem und informierte sich über vielfältige israelische Entwicklungen in den Bereichen Landwirtschaft und Gesundheit. Am Montag besuchten Netanjahu und Bolsonaro die Kotel (Westmauer) in der Altstadt Jerusalems.

 

40.000 Palästinenser beim „Marsch der Millionen“

Rund 40.000 Palästinenser sind am Samstag zu den Protesten am Gaza-Grenzzaun gekommen. Es waren deutlich weniger, als von der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas erhofft. Sie hatte zum „Marsch der Millionen“ aufgerufen. Mit der Großdemonstration sollte der Jahrestag der Grenzzaun-Proteste sowie der „Tag des Bodens“ begangen werden. Die gewalttätigen Proteste an der Gaza-Grenze finden seit dem 30. März 2018 wöchentlich statt. Am „Tag des Bodens“ erinnern Palästinenser am 30. März an die staatlichen Enteignungen arabischer Israelis im Jahr 1976. Strömender Regen und ein kühler Wind machte den Teilnehmern jedoch zu schaffen. Offiziell forderten Polizisten der Hamas die Teilnehmer des als friedlich angekündigten Massenprotests auf, sich vom Grenzzaun fernzuhalten. Dennoch wurden Versuche zugelassen, den Grenzzaun zu zerstören und die Grenze zu stürmen. Terroristen bewarfen israelische Soldaten mit Steinen, Brandbomben und Sprengsätzen. Zwei 8-jährige Jungen wurden mit Messern bewaffnet zu den Soldaten geschickt, um eine Reaktion zu provozieren. Die Soldaten nahmen den Kindern die Messer ab, gaben ihnen zu trinken und brachten sie sicher zurück. Ein Video dazu gibt es hier.

Vier Palästinenser starben am Wochenende in Folge der gewalttätigen Auseinandersetzungen, Berichte sprechen von mehr als 200 Verwundeten. Seit Beginn der Proteste am Gazastreifen vor einem Jahr wurden 195 getötete Palästinenser gemeldet. Das gab Jamie McGoldrick, UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten in den „besetzten palästinensischen Gebieten“ bekannt. Das deutsche Außenministerium rief vor dem Massenprotest am Samstag beide Seiten zu Gewaltverzicht auf und erklärte: „Das Recht auf friedlichen Protest muss in Gaza ebenso gelten wie anderswo – unabhängig davon, ob der Protest gegen die Abriegelung des Gaza-Streifens oder die Politik der De-facto-Regierung im Gaza-Streifen gerichtet ist.“ Hamas-Führer Yahya Sinwar kündigte am Jahrestag der Proteste eine Fortsetzung der Demonstrationen an. In der Nacht auf Sonntag wurden vom Gazastreifen aus wieder mindestens fünf Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Es gab keine Berichte über Schäden. Israel reagierte mit dem Beschuss von Hamas-Stützpunkten auf den Raketenbeschuss.

 

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