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Israel: Weitere Maßnahmen gegen Covid-19

ICEJ-Nachrichten vom 12. März 2020

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Posted on: 
12 Mär 2020
Israel: Weitere Maßnahmen gegen Covid-19

Zur Eindämmung des Coronavirus hat Israel weitere restriktive Maßnahmen ergriffen. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Teilnehmern sind nun verboten, einschließlich Synagogenbesuche und Hochzeitsfeiern. Die Eröffnungsfeier zu Israels 72. Unabhängigkeitstag, die für den 28. April angesetzt ist, wird erstmals in der Geschichte des jüdischen Staates ohne Zuschauer stattfinden. Die Klagemauer ist weiterhin für Besucher geöffnet, im Gebetssaal unterhalb des Wilson-Bogens dürfen sich jedoch nur bis zu 100 Personen gleichzeitig aufhalten. Öffentliche Verkehrsmittel sind vorerst weiterhin in Betrieb. Schulen sollen bis Mitte April geschlossen bleiben, Universitäten wurden aufgefordert, ihre Vorlesungen über das Internet durchzuführen.Unternehmen wird empfohlen, ihre Mitarbeiter von zu Hause arbeiten zu lassen. Rund 2.000 junge Israelis, die ihren Zivildienst in Einrichtungen im Ausland leisten, wurden aufgefordert, umgehend nach Israel zurückzukehren. Die Behörden raten außerdem von Besuchen in Krankenhäusern und Altersheimen ab, um besonders gefährdete Menschen zu schützen. Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten ist auf 97 Fälle gestiegen.

Foto: GPO/Haim Zach, Pressekonferenz der israelischen Regierung anlässlich des Covid-19 Ausbruchs, 11.03.2020

Die ICEJ prüft derzeit, wie wir die israelische Bevölkerung während der aktuellen Krise unterstützen können. Bitte helfen Sie uns dabei, besonders betroffenen Israelis zu helfen. Als Verwendungszweck bitte „Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

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Bethlehem: Juden und Christen bauen Brücken

Jüdische und christliche Israelis haben Bewohnern von Bethlehem, das einer strikten Ein- und Ausreisesperre unterliegt, Medikamente, Vitaminpräparate, Snacks und weitere dringend benötigte Artikel gespendet. Auch amerikanische Touristen, die sich zurzeit in Quarantäne in einem Hotel in Beit Jala, einem Nachbarort Bethlehems, befinden, wurden beliefert. Christen in Bethlehem hatten zuvor um Hilfe gebeten. Organisiert wurden die Lieferungen von der Jerusalemer Initiative und dem Shai Fund. „Schwierige Zeiten bieten eine Gelegenheit, Brücken zu bauen”, teilte die Jerusalemer Initiative mit. „Wir bringen unsere Solidarität mit den Einwohnern Bethlehems zum Ausdruck und beten, dass die Corona-Krise sobald wie möglich vorbei ist.“ Die Jerusalemer Initiative fördert die Integration arabischer Christen aus Jerusalem in die israelische Gesellschaft, der Shai Fund ist eine weltweit agierende israelische Hilfsorganisation. In den Palästinensergebieten im Westjordanland ist die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 29 gestiegen. In Tulkarem ist ein Fall bekannt, alle anderen Erkrankten halten sich in Bethlehem auf. Es wird vermutet, dass Touristen aus Griechenland, die nach der Rückkehr in ihre Heimat positiv auf das Virus getestet wurden, Mitarbeiter eines Hotels in Beit Jala infiziert hatten.

 

Libanon vor dem Staatsbankrott, fürchtet Coronavirus

Der Libanon hat einen am Montag fälligen Kredit nicht zurückzahlen können und nähert sich damit einem Staatsbankrott. Premierminister Hassan Diab zufolge beläuft sich die Staatsverschuldung inzwischen auf 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Libanon befindet sich zurzeit in der schwersten wirtschaftlichen Krise seit 30 Jahren. Seit Oktober wird das Land außerdem von Anti-Regierungs-Protesten erschüttert. Die schwierige wirtschaftliche Lage beeinträchtigt auch die medizinische Versorgung. Seit Monaten leidet das Gesundheitswesen unter Medikamentenknappheit und fehlender medizinischer Ausrüstung. Mit dem Ausbruch des Coronavirus droht dem Land eine weitere Krise. Die libanesische Regierung hat am Mittwoch ein Verbot für Reisen aus und in elf Länder, einschließlich Deutschland, verhängt. Libanesische Staatsbürger müssen innerhalb von vier Tagen in den Libanon zurückkehren. Schulen und Universitäten sind bereits seit Anfang März geschlossen. Zurzeit gibt es im Libanon 61 registrierte Fälle von Covid-19. Der saudische Fernsehsender Al-Arabiya berichtete am Mittwoch, mehrere hochrangige Mitglieder der schiitischen Hisbollah-Miliz befänden sich in Quarantäne. Sie hatten zuvor bei einem Treffen in Beirut Kontakt mit iranischen Offizieren, die inzwischen an Covid-19 erkrankt seien. Der Iran ist nach China und Italien das am schwersten vom Coronavirus betroffene Land. Offiziellen Angaben zufolge gibt es dort rund 9.000 Infektionsfälle, mindestens 429 Menschen sind bereits gestorben. Medienberichten zufolge befindet sich auch Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah in Isolation. Über seinen Zustand gibt es widersprüchliche Meldungen. Die Hisbollah, die große Teile des Libanons kontrolliert, hat inzwischen Isolationszentren nahe der Hauptstadt Beirut errichten lassen.

 

 

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für die Situation im Libanon und im Iran, dass die Behörden die Ausbreitung von Covid-19 wirksam eindämmen können. Beten wir, dass die libanesische Regierung trotz der wirtschaftlichen Krise die notwendige medizinische Versorgung gewährleisten kann. Beten wir, dass die tausenden Erkrankten im Iran vollständig genesen und dass sich das Virus dort nicht weiter ausbreitet.

 

14-Jähriger nach Steinattacke im Koma, Terroranschläge vereitelt

Am Dienstag ist ein 14-jähriger Israeli durch einen Steinwurf schwer am Kopf verletzt worden. Er befindet sich in künstlichem Koma. Augenzeugenberichten zufolge feierten junge Israelis auf einer Hauptverkehrsstraße nahe der jüdischen Ortschaften Itamar und Elon More in Judäa und Samaria (Westjordanland) den Feiertag Purim, als sie in eine Konfrontation mit palästinensischen Jugendlichen gerieten. Einer der Palästinenser warf einen Stein auf die Gruppe und verletzte dabei den 14-Jährigen. An einer anderen Straße in Judäa und Samaria verhafteten israelische Soldaten zwei Terroristen bei dem Versuch, Molotowcocktails auf vorbeifahrende Fahrzeuge zu werfen. In Jerusalem griff ein Palästinenser aus Ostjerusalem israelische Grenzpolizisten nahe des Damaskus-Tors der Jerusalemer Altstadt mit einem Messer an. Der Angreifer konnte überwältigt werden, es gab keine Verletzten.

 

Neue Wohneinheiten für Maale Adumim, Umgehungsstraße geplant

Israels Verteidigungsminister Naftali Bennett hat am Montag den Bau einer neuen Verbindungsstraße zwischen palästinensischen Ortschaften im Osten Jerusalems angekündigt. Die nördlich von Maale Adumim gelegenen Dörfer Al-Zaim, Anata, Hizme und Al-Ram würden dadurch miteinander verbunden, ohne dass das sogenannte Gebiet „E1“ durchquert werden muss. Das rund zwölf Quadratkilometer große Gebiet „E1“ gehört zum Stadtgebiet Maale Adumims und grenzt an Jerusalem. 1994 hatte der damalige Premierminister Jitzhak Rabin dort den Bau von 3.500 neuen Wohneinheiten beschlossen. Aufgrund diplomatischen Drucks wurde der Baubeginn jedoch wiederholt verschoben. Vor rund zwei Wochen kündigte der amtierende Premierminister Benjamin Netanjahu die Wiederaufnahme der Pläne an. Mit der neuen Umgehungsstraße würde sichergestellt, dass Maale Adumim auch in Zukunft mit Jerusalem verbunden bliebe, erklärte das Verteidigungsministerium. Kritiker werfen der israelischen Regierung vor, auf diese Weise Gebiete in Judäa und Samaria (Westjordanland) de facto zu annektieren.


 


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