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Israelis feiern Jerusalem-Tag

ICEJ-Nachrichten vom 04. Juni 2019

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Posted on: 
4 Jun 2019 (All day)
Israelis feiern Jerusalem-Tag

Zehntausende Israelis haben am Sonntag Fahnen schwingend und mit viel Gesang den alljährlichen Jerusalem-Tag in der israelischen Hauptstadt gefeiert. Er erinnert an die Befreiung der östlichen Stadtteile aus der Hand Jordaniens während des Sechstageskrieges von 1967. Auf dem Platz vor der Westmauer (Klagemauer) in der Altstadt Jerusalems versammelten sich mehrere tausend Menschen zum Gebet und Gedenken an die Ereignisse. Auf dem Tempelberg kam es zu Zusammenstößen zwischen arabischen Jugendlichen und der israelischen Polizei. Die Palästinensische Autonomiebehörde und Jordanien machten Israel dafür verantwortlich, da es Juden gestattet war, den Tempelberg zu besuchen. Sie behaupteten, „israelische Razzien“ in der Al-Aksa-Moschee hätten „die Heiligkeit des Ramadan“ verletzt. Der muslimische Fastenmonat endet am heutigen Dienstagabend und geht in das Zuckerfest Eid al-Fitr über. (Foto: James Cheatham/ICEJ, Junge Israelis feiern den Jerusalem-Tag an der Westmauer/Klagemauer in der Altstadt Jerusalems)

 

 

Israel trauert um Nechama Rivlin

Nechama Rivlin, Ehefrau des zehnten israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin, ist am heutigen Dienstagmorgen, einen Tag vor ihrem 74. Geburtstag, im Beilinson Krankenhaus in Petach Tikwa, wenige Kilometer östlich von Tel Aviv, gestorben. Im März hatte sie dort nach einer langjährigen Lungenfibrose in einer mehrstündigen OP eine Spenderlunge erhalten, jedoch nie für längere Zeit selbstständig atmen können. Die israelische First Lady studierte Botanik und Zoologie sowie Kunstgeschichte, bevor sie 1971 Reuven Rivlin heiratete. Als First Lady kümmerte sie sich vor allem um Naturschutz, Kunst sowie Kinder mit Behinderungen. Trotz ihrer schwerwiegenden Krankheit begleitete sie ihren Mann mit Sauerstoffgerät bei vielen Staatsbesuchen. Die Familie Rivlin dankte dem Krankenhauspersonal für seinen starken Einsatz. Ihr Mann, drei Kinder und sieben Enkelkinder trauern um Nechama Rivlin. Nach Informationen der Jerusalem Post ist die Beerdigung für Mittwochnachmittag angesetzt.

 

Israel reagiert auf Raketenbeschuss aus Syrien

Nachdem am Samstag zwei Raketen von Syrien aus auf Israel abgeschossen wurden, hat die israelische Luftwaffe am Sonntag militärische Ziele in Syrien zerstört. Diese befanden sich nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus und im syrisch kontrollierten Teil der Golanhöhen. Medien berichteten von mindestens fünf Toten und sieben Verletzten. Die aus Syrien abgefeuerten Raketen richteten in Israel keine Schäden an, eine der Raketen schlug noch auf syrischem Gebiet ein, die zweite ging auf den Golanhöhen nieder. „Wir werden mit großer Stärke gegen jede Aggression gegen uns vorgehen“, warnte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu die syrische und iranische Regierung. Israel wird immer wieder einmal von Syrien aus beschossen. Die Angriffe gehen meist von iranischen Einheiten aus, die sich nahe der syrisch-israelischen Grenze positioniert haben. Auch die Truppen der schiitischen Terrormiliz Hisbollah aus dem Libanon, die mit dem Iran verbündet ist, sind für solche Übergriffe verantwortlich.

 

Anti-Israel-Demonstrationen am Al-Quds-Tag

Tausende Iraner haben am Freitag, dem Al-Quds-Tag (arabischer Name für Jerusalem), in Teheran und rund 950 Städten im ganzen Land gegen Israel und die Regierung von US-Präsident Donald Trump demonstriert. In Teheran nahmen Irans Präsident Hassan Rouhani und Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sowie weitere hochrangige Politiker an den Kundgebungen teil. Die Demonstranten verbrannten US-amerikanische und israelische Fahnen sowie Puppen mit den Gesichtszügen von Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Der Al-Quds-Tag findet im Iran und in anderen muslimischen Ländern jedes Jahr am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan statt. Auch im Westen, beispielsweise in Wien, London und Berlin, wo der teils offen antisemitische Marsch seit 1996 organisiert wird, gibt es anlässlich des Al-Quds-Tages anti-israelische Demonstrationen. In der deutschen Hauptstadt versammelten sich am Samstag rund 1.000 palästinensische Aktivisten, Islamisten wie schiitische Hisbollah-Mitglieder und Rechtsextremisten. An zwei Gegendemonstrationen nahmen fast tausend Menschen teil, 500 Polizisten trennten die beiden Lager. Ajatollah Ruhollah Khomeini führte den Al-Quds-Tag mit der islamischen Revolution 1979 ein und rief zur „Befreiung Jerusalems“ auf - zur Unterstützung der Palästinenser und zur Zerstörung Israels.

 

Regierungsbildung gescheitert – Neuwahlen in Israel

In Israel finden am 17. September Neuwahlen statt. Nachdem es Premierminister Benjamin Netanjahu nicht gelang, eine Regierung zu bilden, stimmte die Knesset, das israelische Parlament, am Mittwoch mit 74 zu 45 Stimmen für ihre Auflösung. Die 21. Knesset war erst am 9. April gewählt worden. Premierminister Netanjahu bemühte sich vergeblich, eine Koalition seiner Likud-Partei mit den ultra-orthodoxen Parteien Shas und Vereintes Thora-Judentum sowie den säkularen Parteien Vereinigte Rechte, Kulanu und Israel Beiteinu des ehemaligen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman zu bilden. Eine solche Koalition wäre auf 65 der 120 Knesset-Sitze gekommen. Die Koalitionsverhandlungen scheiterten jedoch an der Frage, inwiefern ultraorthodoxe Juden zum Militärdienst verpflichtet werden sollten. Die Neuwahlen werden laut Schätzungen des Finanzministeriums rund 117 Millionen Euro kosten.

 

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