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Israelische Forscher entwickeln Antikörper-Impfstoff

ICEJ-Nachrichten vom 05. Mai 2020

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Posted on: 
5 Mai 2020
Israelische Forscher entwickeln Antikörper-Impfstoff

Israelischen Forschern des Israelischen Instituts für Biologische Forschung (IIBR), ein Regierungsinstitut für Verteidigungsforschung, ist es gelungen, einen „monoklonalen neutralisierenden Antikörper“ zu entwickeln. Dieser kann das Coronavirus im Körper von Erkrankten neutralisieren. Dies gab Verteidigungsminister Naftali Bennett nach seinem Besuch im IIBR am Montag bekannt. Das IIBR lässt den Impfstoff nun patentieren. Anschließend will es einen Hersteller suchen, der den Antikörper-Impfstoff in großem Umfang produzieren kann. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte im Februar angeordnet, dass sich das IIBR, dessen Forschungsarbeit üblicherweise strengster Geheimhaltung unterliegt, der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus anschließt. Das Institut begann daraufhin u.a. Blutproben genesener Covid-19-Patienten zu untersuchen. Monoklonale Antikörper werden von einer einzigen Zelllinie produziert und sind daher wirkungsvoller in der Bekämpfung eines Virus als polyklonale Antikörper. Ob der Impfstoff bereits an Menschen getestet wurde und wann er auf den Markt kommen wird, ist nicht bekannt.

Foto: Unsplash, Symbolbild

 

Israel: Erhebliche Lockerungender Corona-Maßnahmen

Die israelische Regierung hat am Montag erhebliche Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. Die Regelung, die Israelis verbot, sich ohne „wesentlichen“ Grund mehr als 100 Meter von ihrem Haus zu entfernen, wurde aufgehoben. Besuche innerhalb der Familie, einschließlich der Großeltern, sind nun wieder erlaubt. Jedoch bleibt die Abstand-Regelung beim Kontakt mit älteren Menschen in Kraft. Bibliotheken und Parks sind wieder geöffnet. Einkaufszentren, Märkte und Fitness-Studios sollen am Donnerstag wieder öffnen dürfen, unter Einhaltung strikter Vorsichtsmaßnahmen. Schulen haben in einzelnen Jahrgängen bereits diese Woche wieder den Unterricht vor Ort aufgenommen, bis Ende des Monats sollen alle Jahrgänge folgen. Israels amtierender Premierminister Benjamin Netanjahu versprach, alle Einschränkungen zu Versammlungen würden am 14. Juni aufgehoben werden. Dann sollen auch Universitäten wieder öffnen dürfen. Netanjahu warnte, die geplante Öffnung von Wirtschaft und Gesellschaft hinge von der Entwicklung der Neuinfektionen und anderer Faktoren ab. Am Montag lag die Zahl der registrierten Neuinfektionen bei 38, am Dienstag bei 31. Insgesamt wurden in Israel 16.268 Fälle des Coronavirus bestätigt, 10.223 der Infizierten sind inzwischen genesen, 237 gestorben.

 

Israel: Oberster Gerichtshof mahnt Änderung der Regierungsvereinbarung an

Israels oberste Richter haben am Montag mehrere Punkte der Regierungsvereinbarungzwischen dem amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) und Benny Gantz (Chosen LeIsrael/Blau-Weiß) kritisiert, die sie als rechtswidrig erachten. Nach einer neunstündigen Anhörung gaben sie beiden Parteien eine Frist von 24 Stunden, die strittigen Punkte zu korrigieren. Unter anderem kritisierte das Panel von elf Richtern die Regelung, dass in den ersten sechs Monaten der Regierung keine Gesetze verabschiedet würden, die nicht relevant zur Corona-Krise seien. Aktuellen Medienberichten zufolge haben die beiden Parteien entsprechende Änderungen vorgenommen und dem Gerichtshof vorgelegt. Netanjahu und Gantz haben bis Donnerstag Zeit, ihre Regierung zu vereidigen. Dann läuft die 21-tägige Frist ab, während der ein beliebiger Knesset-Abgeordneter eine mehrheitsfähige Regierung aufstellen kann. Sollte bis dahin keine Regierung vereidigt sein, wird die Knesset automatisch aufgelöst. Dann würde es zu den vierten Parlamentswahlen innerhalb von 18 Monaten kommen. In einer weiteren Anhörung am Sonntag prüfte der Oberste Gerichtshof einen Antrag, der fordert, dass ein Premierminister, der unter Anklage steht, sein Amt nicht mehr ausführen darf. Ersten Einschätzungen zufolge wird das Gericht den Antrag ablehnen. Während der siebenstündigen Anhörung kritisierten die Richter die Antragsteller und warfen ihnen vor, „irrelevante“ politische bzw. moralische Argumente anzuführen, d.h. Argumente, die rechtlich nicht von Bedeutung seien.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass Gott Gnade schenkt und seine Hand über die Regierungsbildung hält. Beten wir für eine gottesfürchtige Regierung, die Israel zurück zur politischen und wirtschaftlichen Stabilität führt.

 

Freilassung israelischer Geiseln erwartet

In Israel steht möglicherweise die Freilassung der Israelis bevor, die im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen festgehaltenen werden. Das berichteten israelische Medien am Donnerstag. Die Verhandlungen, bei denen Ägypten vermittle, seien weit fortgeschritten. Seit dem Gazakrieg 2014 befinden sich die sterblichen Überreste der israelischen Soldaten Hadar Goldin und Oron Shaul in der Gewalt der Terroristen. Außerdem wurden 2015 der äthiopisch-jüdische Avera Mengistu und der Beduine Hisham al-Sayed als Geiseln genommen, nachdem sie über den Gaza-Grenzzaun geklettert waren. Ihren Familien zufolge sind beide psychisch krank. Die Familie Hadar Goldins deutete nach einem Gespräch mit dem Unterhändler der israelischen Regierung an, eine Vereinbarung mit der Hamas stünde kurz bevor. „Diese Gelegenheit jetzt verstreichen zu lassen, wäre eine nationale Unverantwortlichkeit“, warnte sie. Die Hamas hatte zunächst die Freilassung palästinensischer Terroristen aus israelischer Haft als Vorbedingung für Verhandlungen gefordert. Medienberichten zufolge nutzt Israel jedoch die aktuelle Corona-Krise, um Druck auf die Hamas auszuüben. So soll Israel angeboten haben, im Austausch für Informationen über den Gesundheitszustand der Geiseln zusätzliche Lieferungen medizinischer Güter in den Gazastreifen zu genehmigen. Außerdem hält Israel ausländische Gelder, die dringend im Gazastreifen benötigt werden, zurück.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass die Israelis, die sich in der Gewalt der Hamas befinden, wieder nach Hause kommen. Beten wir für die Familien Mengistu und al-Sayed, dass sie bald wieder mit ihren Söhnen vereint sein können. Beten wir für die Familien Goldin und Shaul, dass sie ihre Söhne angemessen beerdigen können und dass Gott ihnen Trost schenkt. 

 

Israel und Österreich planen Grenzöffnung für Tourismus

Israel und Österreich arbeiten mit fünf weiteren Ländern an einer gemeinsamen Lösung, ihre Länder nach der Corona-Krise wieder für den internationalen Tourismus zu öffnen. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge, besprachen bei einer Videokonferenz am 24. April die Regierungschefs von Israel, Österreich, Tschechien, Dänemark, Griechenland, Australien und Neuseeland einen Vorschlag des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz. Dieser sieht vor, dass die teilnehmenden Länder, in denen die Zahlen der Neuinfektionen rückläufig sind, Auflagen zum internationalen Reiseverkehr vereinheitlichen. Besonderer Schwerpunkt ist die Durchführung von Tests in Flughäfen. So hat der Flughafen Wien bereits am Montag begonnen, Einreisende gegen eine Zahlung von 190 Euro auf das Coronavirus zu testen. Ist das Testergebnis, das innerhalb von drei Stunden zur Verfügung steht, negativ, müssen sie sich nicht in die obligatorische Quarantäne begeben. Netanjahu hatte Anfang April vorgeschlagen, Flughäfen zu virenfreien Zonen zu erklären. Dazu müssten die Flughäfen „rund um die Uhr“ desinfiziert und alle Flughafenmitarbeiter täglich getestet werden. Dem Wall Street Journal zufolge könnten die beteiligten Länder bereits in den nächsten Wochen mit der Wiederöffnung ihrer Grenzen beginnen.

 


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