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Israels Einwohnerzahl steigt auf über 9 Millionen

ICEJ-Nachrichten vom 01. Okober 2019

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Posted on: 
1 Okt 2019 (All day)
Israels Einwohnerzahl steigt auf über 9 Millionen

Israels Einwohnerzahl steigt auf über 9 Millionen

Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchana hat das Zentrale Statistikamt in Israel die aktuelle Bevölkerungszahl von 9.092.000 bekanntgegeben. Davon seien 6,74 Millionen Juden (74,2%), 1,91 Millionen Araber (21%) und 441.000 (4,8%) Angehörige anderer Minderheiten. Seit letztem Jahr ist die israelische Bevölkerung um 184.000 (2,1%) Einwohner angestiegen. Mit der aktuellen Wachstumsrate wird erwartet, dass Israel 2024 10 Millionen und 2048, zum 100. Jahrestag der Staatsgründung, 15 Millionen Einwohner haben wird. Weiterhin leben mehr Juden außerhalb Israels als im Land selbst. Angaben der Jewish Agency zufolge beläuft sich die gesamte jüdische Bevölkerung weltweit auf 14,8 Millionen, davon 8,1 Millionen in der Diaspora.

Foto: Pixabay, Israelis in Jerusalem

 

Möglicher Anschlag in Hebron vereitelt, Messerattacken in Jerusalem und Modiin

Ein mit einem Messer bewaffneter 15-jähriger palästinensischer Jugendlicher hat am Montag versucht, in das Grab der Patriarchen in Hebron zu gelangen. Er wurde festgenommen, nachdem Polizisten die Waffe während einer Taschenkontrolle am Eingang zur berühmten Höhle Machpela, in denen Juden und Muslime in getrennten Bereichen beten, gefunden hatten. In der vergangenen Woche hatte es zwei Messerattacken auf Israelis gegeben. Dabei wurden am Donnerstag eine Polizistin in der Jerusalemer Altstadt, am Mittwoch eine Frau nahe der zentralisraelischen Stadt Modiin leicht verletzt. Der Anschlag in Modiin wurde von einem 14-jährigen Palästinenser aus dem Westjordanland (Judäa und Samaria) verübt. Um Terroranschlägen vorzubeugen hat die israelische Polizei zu den jüdischen Hohen Feiertagen, die am Sonntagabend mit Rosh HaSchana begannen, ihr Sicherheitsaufgebot in Jerusalem sowie in Judäa und Samaria erhöht.

 

Keine Fortschritte bei den Koalitionsverhandlungen

Bei den laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen der Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu und dem Blau-Weiß-Bündnis von Benny Gantz sind bislang keine Fortschritte erzielt worden. Wie israelische Medien am Montag berichteten, werfen beide Seiten einander mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Haupthindernisse seien Netanjahus Bestehen auf einer Koalitionsbeteiligung der religiösen Parteien und Gantz‘ Weigerung, sich einer von Netanjahu geführten Regierung anzuschließen. Gegen den amtierenden Premierminister wird wegen Korruptionsverdacht ermittelt, eine erste Anhörung ist für Mittwoch angesetzt. Auch ein Kompromissvorschlag von Staatpräsident Reuven Rivlin, Netanjahu solle im Falle einer Anklage sein Amt auf unbestimmte Zeit ruhen lassen, ist israelischen Medienberichten zufolge bislang nicht angenommen worden. Ein erneutes Treffen der Parteivorsitzenden und ihrer Unterhändler ist für Mittwoch geplant. 

 

Arabisch-israelische Schüler demonstrieren gegen Welle der Gewalt

Arabisch-israelische Schüler, Lehrer und Eltern haben am Montag in der galiläischen Stadt Umm al-Fahm mit Streiks den dritten Tag in Folge gegen zunehmende Kriminalität im arabischen Teil der Gesellschaft protestiert. Auch in anderen Städten gingen Menschen auf die Straße. Sie forderten die Konfiszierung illegaler Feuerwaffen und ein härteres Vorgehen gegen Gewaltverbrechen in arabisch-israelischen Städten. Auslöser war eine Welle der Gewalt, die die arabische Minderheit in den letzten Wochen erschüttert hat. So wurden Ende September sieben Araber innerhalb einer Woche ermordet, vier von ihnen innerhalb weniger Stunden. Insgesamt hat es 2019 bereits 67 arabisch-israelische Mordopfer gegeben, die Hauptgründe sind organisierte Kriminalität, Rachemorde und Ehrenmorde.

Über 20% der israelischen Bevölkerung sind Araber. Wie jüdische Israelis haben sie die israelische Staatsangehörigkeit, sind wahlberechtigt, haben Zugang zu israelischen Universitäten und dem Arbeitsmarkt. Arabische Israelis arbeiten u.a. in der Medizin- und der IT-Branche in Schlüsselpositionen und haben erfolgreiche Start-ups gegründet. Dennoch beklagen viele von ihnen eine fortwährende Diskriminierung durch israelische Behörden, insbesondere der Sicherheitskräfte, denen sie Untätigkeit angesichts der zunehmenden Kriminalität vorwerfen.

 

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