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Jerusalem: 16-Jähriger bei Nagelbombenanschlägen getötet

ICEJ-Nachrichten vom 24. November 2022

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Posted on: 
24 Nov 2022
Jerusalem: 16-Jähriger bei Nagelbombenanschlägen getötet

Bei zwei Nagelbombenanschlägen in Jerusalem ist am Mittwoch ein 16-Jähriger getötet worden. 19 weitere Personen wurden verletzt. Einer der Verletzten schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Zahlreiche Betroffene mussten wegen akuter Panikattacken medizinisch behandelt werden. Gegen 7 Uhr morgens war an einer Bushaltestelle nahe der Jerusalemer Harfenbrücke ein in einer Tasche versteckter Sprengsatz explodiert. Eine weitere Detonation ereignete sich kurz darauf an der Ramot-Kreuzung, wenige Kilometer nördlich vom ersten Anschlagsort. Angaben der Polizei zufolge wurden beide Bomben ferngezündet und seien von „hoher Qualität“ gewesen. Die Sprengsätze waren mit Nägeln gefüllt, um maximalen Schaden anzurichten. Fotos von einem der Anschlagsorte zeigten einen mit Einschlagslöchern übersäten Bus. Bisher hat sich keine Terrororganisation zu den Anschlägen bekannt, der Attentäter und mögliche Komplizen sind weiterhin flüchtig. (Foto: ICEJ, Bus in Jerusalem, Symbolbild)

Möglicher Anschlag in Beerschewa

Am heutigen Donnerstag wurde ein 18-jähriger Israeli in Beerschewa mittelschwer verletzt, als er von einem Auto gerammt wurde. Die israelische Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus, ein terroristischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen. Der Fahrer des Wagens, ein 39-Jähriger aus der Beduinen-Stadt Rahat, wurde nahe dem Tatort festgenommen. Der Teenager, der an der Technischen Hochschule der Luftwaffe studiert, war zum Zeitpunkt des Vorfalls in Uniform gekleidet.

Dschenin: Entführter Leichnam von Israeli (17) zurückgegeben

Der 17-jährige drusische Israeli, dessen Leichnam am Dienstag im Westjordanland von Terroristen verschleppt wurde, ist am heutigen Donnerstag in seiner nordisraelischen Heimatstadt Daliyat al-Karmel beigesetzt worden. Tiran Fero war bei einem Autounfall in Dschenin schwer verletzt worden. Wegen seines kritischen Gesundheitszustands wurde er in ein Krankenhaus in der palästinensischen Stadt eingeliefert. Israelische Medien hatten zunächst berichtet, nachdem Tiran seinen Verletzungen erlegen war, seien bewaffnete Terroristen in das Krankenhaus eingedrungen und hätten seinen Leichnam entführt. Angaben seiner Familie zufolge habe er jedoch noch gelebt, als die Terroristen das Krankenhaus überfielen und ihn von den lebenserhaltenden Maschinen trennten. „Das ist Mord. Das ist ein Terroranschlag. Er war noch am Leben“, sagte der Onkel des Verstorbenen im israelischen Fernsehen. Am Mittwochabend protestierten tausende Drusen für die Rückgabe des Leichnams und besetzten die wichtige Autobahn 6 über mehrere Stunden. Angehörige der Minderheit warnten, sie würden selbst nach Dschenin gehen, um Tirans sterbliche Überreste eigenmächtig zu holen. Nach Verhandlungen auf höchster Ebene und unter Vermittlung der Palästinensischen Autonomiebehörde übergaben die Terroristen den Leichnam schließlich an Israel. Offenbar hatten die Terroristen Tiran, ein Schüler der Oberstufe, für einen als Araber getarnten israelischen Soldaten gehalten und beabsichtigt, in Israel inhaftierte Terroristen freizupressen.

Nach IAEA-Kritik: Iran weitet Urananreicherung aus

Der Iran hat am Dienstag bekanntgegeben, in seiner unterirdischen Anlage in Fordo mit der Uran-Anreicherung auf 60% begonnen zu haben. Dies geschehe in Reaktion auf die iran-kritische Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vergangene Woche. Darin hatte das IAEA-Lenkungsgremium den Iran aufgefordert, „dringend“ seinen „gesetzlichen Verpflichtungen“ nachzukommen und „technisch glaubhafte Erklärungen“ zu nicht deklariertem Nuklearmaterial, von dem Spuren in drei Anlagen gefunden worden waren, zu liefern. Von den 35 Mitgliedern des Gremiums stimmten 26 für die Resolution. Zwei Mitglieder, Russland und China, stimmten gegen sie. Entsprechend dem internationalen Atomabkommen von 2015 darf der Iran 202,8 Kilogramm Uran auf maximal 3,67% anreichern. Eine Urananreicherung in Fordo ist jedoch untersagt.Im Dezember 2021 wurde bekannt, dass in Fordo mit der Anreicherung auf 20% begonnen wurde. Laut IAEA-Bericht vom Oktober 2022 verfügt der Iran aktuell über 3673,7 Kilogramm Uran, von denen 62,3 Kilogramm auf 60% angereichert wurden. Experten zufolge ist der Iran nur wenige Wochen davon entfernt, seinen 60%igen Uranvorrat zu atomwaffenfähigem 90%igem Uran anzureichern.

Fußball-WM: Erster Direktflug zwischen Israel und Katar

180 israelische und palästinensische Fußball-Fans sind am Sonntag mit dem ersten kommerziellen Direktflug von Israel nach Katar geflogen. Die zypriotische Fluggesellschaft TUS Airways plant insgesamt sechs Flüge in jede Richtung durchzuführen, um rund 1.000 Israelis und Palästinenser zur Fußball-Weltmeisterschaft zu bringen. „Es ist vielleicht meine einzige Chance, Katar zu besuchen“, erklärte ein israelischer Passagier am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Mehr als 10.000 Israelis und Palästinenser sollen Tickets für die Fußball-WM gebucht haben. Wer nicht den Direktflug gebucht hat, muss über ein Drittland, wie z.B. Jordanien oder die Vereinigten Arabischen Emirate, einreisen. Da Israel und Katar keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, warnte das israelische Außenministerium Katar-Reisende zu besonderer Vorsicht. Unter anderem sollten sie Gesetze und Gepflogenheiten vor Ort respektieren, ihre israelische Identität möglichst geheim halten und Auseinandersetzungen mit anderen Fans aus dem Weg gehen. Der jüdische Staat erhielt die Genehmigung, während der WM eine temporäre diplomatische Vertretung in dem Golfstaat zu eröffnen. Fußballfans, die jüdische Speisegesetze befolgen, werden koschere Bagels angeboten, die unter Aufsicht eines Rabbiners und mit Unterstützung der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways vor Ort zubereitet werden. „Es sind wahrscheinlich die ersten koscheren Bagels, die hier in Katar gebacken wurden“, freute sich Rabbi Marc Schneier aus New York, der sich mit einem Rabbiner-Kollegen für eine koschere Verpflegung während der WM eingesetzt hatte.

Gazastreifen: 21 Tote bei Hausbrand

Bei einem Hausbrand in Dschabalia im nördlichen Gazastreifen sind vergangene Woche mindestens 21 Menschen, darunter sieben Kinder, ums Leben gekommen. Palästinensischen Medienberichten zufolge handelte es sich bei den meisten Opfern um Angehörige einer einzelnen Familie, die zu einer Feier zusammengekommen waren. Brandursache sei möglicherweise ein „Party-Trick“ mit Feuer gewesen, infolgedessen sich große Mengen Treibstoff, die in dem dreistöckigen Gebäude gelagert wurden, entzündeten. Israels Verteidigungsminister Benny Gantz drückte auf dem Nachrichtendienst Twitter seine Bestürzung aus und erklärte, die israelische Armee habe angeboten, Verletzte in israelische Krankenhäuser zu verlegen. „Der Staat Israel ist bereit, den Menschen in Gaza lebensrettende medizinische Hilfe zukommen zu lassen.“

 


 

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