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Knesset-Wahlen: Parteien geben Kandidaten bekannt

ICEJ-Nachrichten vom 04. Februar 2021

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Posted on: 
4 Feb 2021
Knesset-Wahlen: Parteien geben Kandidaten bekannt

Israelische Parteien müssen bis heute Abend um Mitternacht die Namen ihrer Kandidaten für die Knesset-Wahlen im März einreichen. Bereits eingereichte Listen können nicht nachträglich geändert werden. Die linksliberale Jesch Atid-Partei von Jair Lapid und die zentrische Blau-Weiß-Partei von Verteidigungsminister Benny Gantz, die bei den letzten Wahlen im März 2020 gemeinsam angetreten waren, reichten ihre Listen separat ein. Aktuellen Umfragen zufolge würde die Jesch Atid-Partei 17 Mandate erhalten. Noch ist unklar, ob Gantz‘ Partei die 3,25%-Hürde schaffen würde. Einige prominente Blau-Weiß-Politiker hatten die Partei im Dezember verlassen, Pnina Tamano-Shata, Ministerin für Einwanderung und Integration, Orit Farkash-Hacohen, Ministerin für Strategische Angelegenheiten, und Hili Tropper, Kultur- und Sportminister, kandidieren jedoch erneut für Blau-Weiß.

Foto: Pixabay, Knesset-Gebäude, Symbolbild

Die neue national-konservative Partei Tikwa Chadascha des ehemaligen Likud-Ministers Gideon Sa’ar tritt mit mehreren ehemaligen Abgeordneten und Ministern der Parteien Likud, Blau-Weiß und Derech Eretz an, darunter Kommunikationsminister Joas Hendel und Jifat Shasha-Biton, Vorsitzende des Corona-Ausschusses der Knesset. Tikwa Chadascha käme aktuellen Umfragen zufolge auf 14 Sitze. Die nationalreligiöse Jamina-Partei Naftali Bennetts würde elf Sitze erhalten, mit dabei ist die ehemalige Justizministerin Ayelet Schaked. Die arabische Vereinte Liste stellt sich diesmal ohne die islamistische Ra’am-Partei zur Wahl und würde zehn Mandate erhalten, fünf weniger als bei den Wahlen 2020.Innenminister Arye Deris sephardisch-ultraorthodoxe Schas-Partei und die russisch-säkulare Partei Israel Beitenu von Avigdor Lieberman haben ebenfalls ihre Listen eingereicht. Sie würden beide acht Mandate erhalten.

Die sozialdemokratische Meretz-Partei und die Arbeitspartei werden sich nicht wie geplant zusammenschließen. Beide würden laut aktuellen Umfragen den Einzug in die Knesset schaffen und fünf bzw. sechs Mandate erhalten. Die national-konservative Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu und die aschkenasisch-ultraorthodoxe Partei Vereinigtes Thora-Judentum haben ihre Listen noch nicht eingereicht. Sie würden aktuellen Umfragen nach auf 29 bzw. sieben Sitze kommen. Die zentrische Telem-Partei von Mosche Ja’alon, im März noch Teil des Blau-Weiß-Bündnisses, wird nicht antreten.

Israel: Impfungen auf 16-Jährige ausgeweitet

Das israelische Gesundheitsministerium will ab dem heutigen Donnerstag allen Israelis über 16 Jahre die Covid-19-Impfung ermöglichen. Bisher war die Impfung auf Personen über 35 Jahre und Risikogruppen beschränkt. Die landesweite Impfkampagne hatte sich in den letzten Tagen infolge sinkender Nachfrage verlangsamt. Trotz Impfkampagne und striktem Lockdown ist die Zahl täglicher Neuinfektionen weiterhin hoch. Am Mittwoch wurden 7.919 Menschen positiv auf das Virus getestet, die Zahl der aktiven Fälle lag bei 73.707. Experten gehen davon aus, dass die meisten der aktiven Fälle auf die britische Virusmutation, die als ansteckender gilt, zurückzuführen sind. Eine für Mittwoch vorgesehene Kabinettsitzung zur Verlängerung des Lockdowns, der am heutigen Donnerstag um Mitternacht endet, wurde verschoben und ist für den heutigen Nachmittag angesetzt. Nachman Ash, Corona-Beauftragter der israelischen Regierung, hat bereits angekündigt, er werde eine leichte Lockerung der Corona-Maßnahmen empfehlen, beginnend am Sonntagabend.

Flughafen-Schließung: Tausende Israelis im Ausland gestrandet

Aufgrund der Schließung des Tel Aviver Ben-Gurion-Flughafens seit dem 24. Januar sind tausende Israelis im Ausland gestrandet. Am Dienstag startete ein Evakuierungsflug der Fluggesellschaft Israir in Frankfurt mit mehreren Tagen Verspätung. An Bord befanden sich rund 40 Israelis, die teilweise mit Verbindungsflügen angereist waren. Die israelische Regierung plant, täglich einen Evakuierungsflug von Frankfurt aus durchzuführen. Direkte Verbindungen aus den USA und anderen Ländern sind zurzeit nicht vorgesehen. Der Passagierverkehr am Flughafen Tel Aviv war Ende Januar eingestellt worden, um die Einschleppung von Coronavirus-Mutationen zu verhindern. Viele Israelis, die sich im Ausland aufhielten, wurden von der Schließung überrascht. Die Einreise wird seitdem nur in dringenden Fällen wie z.B. einer medizinischen Behandlung oder der Teilnahme an einer Beerdigung genehmigt. Ein Sonderausschuss der Regierung prüft jeden Einzelfall. Juden, die geplant hatten, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen, sind ebenfalls betroffen. Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Grenzschließung de facto das Rückkehrgesetz ausgesetzt zu haben - erstmals in der Geschichte Israels. Das Rückkehrgesetz von 1950 erlaubt jedem Juden weltweit, nach Israel einzuwandern und israelischer Staatsbürger zu werden. Auch Flüge der Operation „Fels Israels“, mit der die israelische Regierung bis Ende Januar 2.000 äthiopische Juden nach Israel holen wollte, wurden verschoben. 1.270 äthiopische Juden konnten in den letzten Monaten Alijah machen, weitere ca. 730 sollen im Februar eingeflogen werden. Der Ben-Gurion-Flughafen bleibt bis einschließlich 7. Februar geschlossen. Es wird erwartet, dass die Regierung die Schließung bis mindestens 14. Februar verlängert.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für die Wiederaufnahme der Passagierflüge nach Israel und für die rasche Rückkehr der im Ausland gestrandeten Israelis. Beten wir insbesondere dafür, dass die Flüge der äthiopischen Juden ohne weitere Verzögerung wieder aufgenommen werden können.

Bisher konnte die ICEJ die Flugtickets von 200 äthiopischen Juden finanzieren. Bitte helfen Sie uns, für weitere 300 die Alijah zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte "Alijah & Integration" angeben, vielen Dank!  

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USA: Designierte UN-Botschafterin will Israel zur Seite stehen

Linda Thomas-Greenfield, designierte UN-Botschafterin der USA, hat angekündigt, gegen anti-israelische UN-Resolutionen vorgehen zu wollen. „Ich freue mich darauf, an Israels Seite zu stehen und den unerbittlichen Resolutionen, die Israel unfair behandeln, entgegenzutreten“, sagte Thomas-Greenfield während ihrer Anhörung vor dem US-Senat vergangene Woche. Sie lobte die jüngsten Friedensabkommen Israels mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan. „Ich bin zuversichtlich, dass auch diese Länder Israel bei den UN unterstützen werden.“ Thomas-Greenfield will auch israelische Bemühungen, anderen Ländern Entwicklungshilfe anzubieten, fördern. Sie kündigte außerdem an, gegen eine Einflussnahme der anti-israelischen BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen), die „an Antisemitismus grenzt“, bei den UN vorzugehen. Zu US-Präsident Joe Bidens Absicht, der UNESCO und dem UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) erneut beizutreten, erklärte Thomas-Greenfield, nur so hätten die USA die Möglichkeit, Einfluss auf diese Organisationen zu nehmen. Die USA hatten die UNESCO und den UNHRC 2017 bzw. 2018 verlassen, mit der Begründung, dass diese anti-israelisch eingestellt seien.

Ben-Gurion-Universität: Mit „grüner Diät“ gegen Leberfett

Nach 20-jähriger Forschung haben israelische Wissenschaftler einen Ernährungsplan entwickelt, mit dem Leberfett abgebaut werden kann. Eine 18-monatige Studie der Ben-Gurion-Universität des Negev (Beerschewa) mit 294 Teilnehmernuntersuchte die Auswirkungen einer mediterranen Ernährung. Das Ergebnis der Studie, an der auch Harvard-Wissenschaftler beteiligt waren, wurde vor kurzem im Wissenschaftsjournal Gut veröffentlicht. Bei einem Drittel der Teilnehmer wurde die Ernährung leicht verändert: der Fleischkonsum wurde reduziert und durch zusätzliches grünes Gemüse und grünen Tee ergänzt. Weiterer Bestandteil des „grünen Diätplans“ war das Wasserlinsengewächs Mankai (Entengrütze), das ein israelisches Start-up-Unternehmen als neues „Superfood“ vermarktet. Bei allen Teilnehmern konnte ein vergleichbarer Gewichtsverlust festgestellt werden. Bei den Teilnehmern, die jedoch den „grünen Diätplan“ befolgt hatten, war der Fettabbau in der Leber doppelt so hoch. „Eine Fettlebererkrankung hat weitreichende Folgen, aber es mangelt an medikamentösen Behandlungen und Ernährungsplänen, die über Gewichtsabnahme hinausgehen. Das macht dieses Ergebnis so bedeutsam“, erklärte Prof. Iris Shai. Wichtiger Faktor der „grünen Diät“ ist die erhöhte Einnahme des Pflanzenstoffes Polyphenol. „Polyphenole und Ballaststoffe verändern die Darmflora, was wiederum den Abbau von Leberfett begünstigt“, sagte Prof. Shai.
 


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