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Krawalle in Jerusalem, Jaffa

ICEJ-Nachrichten vom 20. April 2021

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Posted on: 
20 Apr 2021
Krawalle in Jerusalem, Jaffa

Seit rund einer Woche kommt es in Israel täglich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Arabern, Juden und der israelischen Polizei. Am vergangenen Dienstag, dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan, hatte die Polizei versucht, Menschenansammlungen vor dem Damaskus-Tor in Jerusalem zu verhindern. Der Bereich ist ein beliebter Treffpunkt junger Araber nach dem Fastenbrechen. Seitdem beschießen arabische Jugendliche jeden Abend die Polizisten mit Feuerwerkskörpern und bewerfen sie mit Steinen und Glasflaschen.Die Polizei setzt Wasserwerfer und Blendgranaten ein. In sozialen Medien kursierten zudem mehrere Videos, die zeigten, wie Araber junge religiöse Juden schlugen und traten. Am Montag griffen jüdische Jugendliche nahe des Jaffa-Tores mehrere arabische Passanten an und skandierten anti-arabische Parolen. Zudem bewarfen sie vorbeifahrende Autos mit Steinen. Im Tel Aviver Stadtteil Jaffa kam es am Sonntag und Montag ebenfalls zu Krawallen. Nachdem der Leiter einer Jeschiwa von arabischen Israelis geschlagen und getreten worden war, als er eine neue Immobilie für seine Talmud-Schule besichtigte, demonstrierten religiöse Juden gegen anti-jüdische Gewalt. Arabische Anwohner protestierten bei einer Gegendemonstration gegen den Zuzug jüdischer Israelis in den traditionell arabischen Stadtteil. Polizisten, die die Demonstranten auseinanderhielten, wurden mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Der Zuzug jüdischer Israelis nach Jaffa hat in den letzten Jahren wiederholt zu Spannungen zwischen den Bewohnern geführt.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für den Frieden Jerusalems und ganz Israels und für ein Ende der Krawalle. Beten wir, dass Gott Versöhnung zwischen Juden und Arabern in Israel bewirkt.

Foto: Border Police, Grenzpolizisten in Jerusalem, Archivbild

Israel: Krankenhäuser schließen letzte Corona-Stationen

Israel hat am Montag seine letzten beiden Corona-Stationen geschlossen. Die Krankenhäuser im Land hatten angesichts zurückgehender Corona-Zahlen in den letzten Wochen damit begonnen, die Stationen zu schließen und die verbleibenden Patienten in die Abteilungen für Innere Medizin zu verlegen. „Das sind sehr freudige und ermutigende Neuigkeiten“, sagte Dr. Erez Onn, Direktor des Baruch Padeh Medical Centers in Tiberias, wo im März 2020 Israels erster Corona-Patient behandelt worden war. „Unsere Mitarbeiter können nun endlich wieder in den geschäftigen Abteilungen für Innere Medizin arbeiten.“ Am Sonntag endete die Maskenpflicht im Freien, die seit einem Jahr in Kraft gewesen war. Sie gilt weiterhin in geschlossenen Räumen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Außerdem dürfen seit Sonntag Schulen im Land wieder in allen Jahrgängen Präsenzunterricht durchführen, mit regulären Klassengrößen. Während des Unterrichts gilt weiterhin Maskenpflicht, jedoch nicht in den Pausen oder beim Sport. Am Montag wurden 171 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet, die Zahl der aktiven Fälle liegt aktuell bei 2191 Personen. Zurzeit sind 187 Israelis schwer an Covid-19 erkrankt.

Gaza-Terroristen feuern Raketen auf Israel

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben vergangene Woche erneut Raketen auf Israel gefeuert. Es wurde niemand verletzt. Am Donnerstagabend, kurz nach Ende des israelischen Unabhängigkeitstags, schlug eine Rakete auf einem offenen Feld ein. In der Stadt Sderot und den Ortschaften Nir Am und Ibim wurde Luftalarm ausgelöst, die Bevölkerung musste Luftschutzbunker aufsuchen. Eine weitere Rakete wurde am Freitagabend, kurz nach Beginn des Schabbats, abgefeuert. Luftalarm erklang in den Ortschaften Holit und Sde Avraham. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin Stellungen der Hamas, u.a. eine Fabrik für Zement, der beim Bau unterirdischer Terrortunnel eingesetzt wird. Es ist unklar, ob die Raketen von Hamas-Kämpfern abgefeuert wurden. Die israelische Armee macht jedoch die in der Enklave herrschende Terrororganisation für alle Angriffe verantwortlich. 

20 Jahre Raketen-Terror aus Gaza

Am Freitag hat sich der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Städte und Dörfer in Südisrael zum 20. Mal gejährt. Terroristen feuerten am 16. April 2001 die erste Rakete auf Sderot. Seitdem sind tausende Raketen und Mörsergranaten abgefeuert worden, dutzende Israelis starben, hunderte wurden verletzt. Zusätzlich zur Bedrohung durch die Raketen leidet die Bevölkerung entlang der Enklave unter der enormen psychischen Belastung. Seit 20 Jahren hat es keine Rückkehr zum Normalzustand gegeben. Die Menschen leiden unter schlaflosen Nächten, Depressionen und durchleben ihr Trauma wieder und wieder, ohne damit abschließen zu können. Eine ganze Generation von Kindern ist unter Raketenbeschuss und immer wieder losheulendem Luftalarm aufgewachsen. Die ICEJ hilft mit der Errichtung von mobilen Schutzbunkern und der Förderung von Trauma-Zentren, in denen die Resilienz der Bevölkerung Südisraels gestärkt wird.

In unserer Faszination Israel-Sendung "Bunker gegen Raketen" berichten wir, wie von der ICEJ gesponserte Luftschutzbunker die Sicherheit von Israelis entlang des Gazastreifens erhöhen. Zur Sendung (auf Youtube).

Bitte helfen Sie uns, von Raketen und Terror bedrohte Orte in Israel zu schützen. Als Verwendungszweck bitte „Schutzbunker“ angeben, herzlichen Dank!

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USA: Zahlungen an UNRWA wieder aufgenommen

Die US-Regierung hat im April die finanzielle Unterstützung für die UN-Hilfsorganisation für Palästinenser (UNRWA) wieder aufgenommen. Neben den finanziellen Mitteln für die UNRWA in Höhe von rund 150 Millionen US-Dollar (124 Mio. Euro) sind weitere Zahlungen von 125 Millionen US-Dollar (104 Mio. Euro) für den Bau von Infrastruktur im Westjordanland und dem Gazastreifen, für friedensfördernde Programme und für Sicherheitsunterstützung vorgesehen. „Die Aufstachelung der UNRWA und das fiktive Narrativ, mit dem sie den Flüchtlingsstatus für Palästinenser definiert, erhält den Konflikt aufrecht und fördert Hass in der palästinensischen Öffentlichkeit“, sagte Gilad Erdan, Israels Botschafter in den USA und bei den UN. Er bedaure, dass die US-Regierung die Zahlungen wieder aufgenommen habe, ohne darauf zu bestehen, dass die UNRWA zuerst „die Aufwiegelungen stoppt und antisemitische Inhalte aus ihrem Schulunterricht entfernt.“ Kritik kam auch von republikanischen und demokratischen Kongress-Abgeordneten, die Hilfszahlungen an die Palästinenser an strengere Auflagen knüpfen wollen. Die USA hatten 2018 unter Präsident Donald Trump die Zahlungen an die UNRWA weitgehend eingestellt. Die Trump-Regierung warf der Organisation u.a. vor, gegen Israel zu sein und den Nahostkonflikt künstlich aufrechtzuerhalten. Die UNRWA überträgt den Flüchtlingsstatus der im israelischen Unabhängigkeitskrieg rund 600.000 geflüchteten Araber auf deren Nachfahren. Somit gibt es inzwischen ca. 5,7 Millionen Palästinenser mit Flüchtlingsstatus. Der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo erklärte kurz vor Ende seiner Amtszeit im Januar, er gehe von weniger als 200.000 tatsächlichen Flüchtlingen aus.


 

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