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Krise im Libanon: Israel bietet humanitäre Hilfe an

ICEJ-Nachrichten vom 06. Juli 2021

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Posted on: 
6 Jul 2021
Krise im Libanon: Israel bietet humanitäre Hilfe an

Israel hat dem Libanon angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftskrise humanitäre Hilfe angeboten und dies durch die im Südlibanon stationierte UN-Friedenstruppe UNIFIL übermitteln lassen. „Als Israeli, als Jude und als Mensch schmerzt es mich, die Bilder von Menschen zu sehen, die hungrig auf den Straßen des Libanon unterwegs sind“, sagte Verteidigungsminister Benny Gantz. Der Libanon befindet sich in einer nie zuvor dagewesenen Krise. Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff sind knapp, die Währung hat in den letzten zwei Jahren 90% ihres Wertes verloren. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Hunderte Libanesen sollen bereits versucht haben, über das Mittelmeer nach Zypern zu fliehen. Laut Weltbank zählt die Krise im Libanon zu den drei schlimmsten der Welt seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Am heutigen Dienstag warnte Premierminister Hassan Diab, der seit August 2020 geschäftsführend im Amt ist, das Land befinde sich nur wenige Tage vor einer „gesellschaftlichen Explosion“. Er rief die Weltgemeinschaft dazu auf, Hilfe zu leisten. Die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah hat vor kurzem angekündigt, der Iran werde seine Unterstützung für den Libanon verstärken. Israel ist besorgt, dass sich somit der Einfluss des Iran im Zedernstaat verfestigen könnte. Israel und der Libanon befinden sich seit 1948 offiziell im Krieg. Seit vergangenem Jahr verhandeln die beiden Länder unter Vermittlung der UN über den Verlauf ihrer gemeinsamen Seegrenzen. Letztes Jahr deutete Staatspräsident Michel Aoun an, Friedensverhandlungen mit Israel seien grundsätzlich möglich, dazu müssten aber zunächst bestehende Streitpunkte ausgeräumt werden. Im November forderte Bahaa Hariri, Sohn des 2005 ermordeten libanesischen Premierministers Rafik Hariri und Bruder des ehemaligen Premierministers Saad Hariri, den Libanon und Israel auf, Frieden zu schließen.

Foto: IDF, Fahnen des Libanon und Israels, Symbolbild

PA geht gewaltsam gegen Demonstranten vor

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) geht weiter massiv gegen Demonstranten und Journalisten vor. Am Montag wurden mindestens 14 palästinensische Aktivisten bei einer Demonstration gegen die PA-Führung auf dem Al-Manara-Platz in Ramallah verhaftet. Als Angehörige der Inhaftierten vor dem Polizeirevier ihre Freilassung forderten, wurden sie ebenfalls inhaftiert. Wenige Stunden später ließ die PA-Polizei alle auf Anordnung von PA-Premierminister Mohammed Schtajjeh wieder frei. Ein Sprecher der PA-Polizei sagte, die Aktivisten, gegen die nun ermittelt würde, hätten ihre Demonstration nicht zuvor genehmigen lassen. Seitdem am 24. Juni der prominente Aktivist Nizar Banat während seiner Verhaftung durch die PA starb, ist es in den Palästinensergebieten wiederholt zu Demonstrationen gekommen. Dabei setzten Sicherheitskräfte Tränengas und Blendgranaten ein. Am 26. Juni verprügelten PA-Polizisten in Zivilkleidung Demonstranten und griffen Augenzeugen zufolge insbesondere Journalisten und Reporter an. „Zunächst ließ man uns berichten, dann wurden wir brutal angegriffen und unsere Ausrüstung zerstört“, sagte der Journalist Mohammed Ghafari. „Die PA will die Wahrheit verbergen.“ Seine Kollegin Najla Zeitoun, die verprügelt wurde, berichtete, dass sie und weitere Reporterinnen mit Vergewaltigung bedroht worden seien. „Ich kann nachts nicht mehr schlafen, jedes Sicherheitsgefühl ist weg.“ Vergangene Woche demonstrierten dutzende Journalisten vor dem Büro des UN-Hochkommissars in Ramallah gegen die Übergriffe und forderten ein dringendes Eingreifen durch die UN. Das US-Außenministerium erklärte, die USA seien „zutiefst erschüttert über die Meldungen“. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet bestätigte das gewaltsame Vorgehen der PA gegen Demonstranten und forderte die PA auf, „Meinungsfreiheit und friedliche Versammlungen“ zu gewährleisten. Am Samstag marschierten tausende Palästinenser durch Ramallah und riefen Slogans wie „Das Volk will den Sturz des Regimes“ und „Abbas, verschwinde“. Die Demonstration verlief ohne gewaltsame Übergriffe.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass Gott den Palästinensern eine gute Führung schenkt, die sich für das Wohl der Menschen einsetzt. Beten wir, dass Gott ihnen Hoffnung und Zukunft schenkt.

Israel: Corona-Fälle steigen, 64% Impfschutz bei Delta-Variante

In Israel sind am Montag 501 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, der höchste Wert seit dem 26. März. Die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 2.901. Etwa die Hälfte von ihnen sind Schulkinder. 33 Personen sind schwer erkrankt. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz sagte am heutigen Dienstag, Israel versuche gegen das Virus vorzugehen, ohne dabei in „Panik“ zu verfallen. Es solle so wenige Einschränkungen wie nötig geben, damit das Leben so normal wie möglich weitergehen könne. „Das Coronavirus wird nicht so bald verschwinden. Nach der Delta-Variante wird eine weitere Virusmutation auftreten“, erklärte er. „Wir müssen lernen, mit Covid-19 zu leben und seine Auswirkungen im Zaum zu halten.“ Er versuche, langfristige Lösungen zu finden. Daten, die das Gesundheitsministerium am Montag veröffentlichte, deuten darauf hin, dass der Pfizer/BioNTech-Impfstoff nur zu 64% gegen die Delta-Variante schützt, zugleich jedoch schwere Krankheitsverläufe weitgehend verhindert. Das Ministerium will nun untersuchen, ob eine Drittimpfung den Schutz gegen die Mutante verbessert.

Schaden nach Drohnenangriff auf iranische Anlage

Bei einem möglichen Drohnenangriff Ende Juni auf eine iranische Anlage, in der Komponenten für Zentrifugen zur Uran-Anreicherung produziert werden,ist ein großer Teil der Ausrüstung zerstört worden. Das vermuten Experten nach der Auswertung von Satellitenbildern. Darauf ist zu sehen, dass ein Teil der Anlage in Karadsch, die der iranischen Atomenergieorganisation gehört, schwer beschädigt wurde und es einen schweren Brand gegeben hat. „Die gesamte Ausrüstung ist komplett zerstört worden oder nicht mehr funktionsfähig“, zitierte der israelische Fernsehsender Kan Experten. Der Iran hatte zuvor behauptet, der Drohnenangriff sei erfolgreich abgewehrt worden. Letzten Monat berichtete die New York Times, in der Anlage in Karadsch würden neue Zentrifugen für die Nuklearanlage in Natanz produziert. Natanz war zuletzt im April Ziel eines vermuteten Sabotageangriffs, wobei tausende Zentrifugen zerstört worden sein sollen. Einen Tag nach dem Angriff auf Karadsch schien Israels Premierminister Naftali Bennett auf eine israelische Beteiligung anzuspielen, als er sagte: „Unsere Feinde wissen, nicht durch Worte sondern durch Taten, dass wir nicht zögern werden zu handeln, wenn es nötig ist.“ Seit knapp einem Jahr kommt es verstärkt zu Explosionen oder Bränden in iranischen Militär- und Industrieanlagen. Beobachter vermuten, dass westliche Staaten, u.a. Israel, daran beteiligt sind. Am Montag führte eine Explosion in einer Lagerhalle nahe Teheran zu einem Großbrand. Die Ursache sowie der Zweck der Halle sind noch unbekannt. Im Mai und Juni führten Explosionen in zwei petrochemischen Anlagen zu Bränden.

Gaza-Terroristen schicken Brandballons nach Südisrael

Palästinensische Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am Donnerstag Brandballons nach Israel geschickt und vier Brände nahe israelischen Ortschaften verursacht. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin eine Waffenfabrik der Hamas. Bereits im Juni bombardierte die Armee Stellungen der Hamas, nachdem Terroristen rund 20 Brände in Südisrael verursacht hatten. Dass Israel nun mit Bombardements auf Brandballons reagiert, deutet auf einen Kurswechsel hin. Premierminister Naftali Bennett hatte jahrelang gefordert, Israel müsse auf Brandballons genauso reagieren wie auf Raketenangriffe durch die Hamas und andere Terrororganisationen. In den letzten drei Jahren haben Terroristen tausende mit Brandsätzen und Sprengstoff bestückte Ballons nach Israel geschickt und landwirtschaftlichen Feldern, Naturreservaten und Privateigentum erheblichen Schaden zugefügt.


 

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