Change Region:Germany

Netanjahu gratuliert Biden, warnt vor Iran

ICEJ-Nachrichten vom 21. Januar 2021

DruckversionSend by email
Posted on: 
21 Jan 2021
Netanjahu gratuliert Biden, warnt vor Iran

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Mittwoch US-Präsident Joe Biden zu seiner Amtseinführung gratuliert. Netanjahu betonte seine „herzliche Freundschaft“ mit Biden, „die viele Jahrzehnte zurückreicht“. Er forderte den neuen US-Präsidenten auf, gegen „die Bedrohung durch den Iran“ vorzugehen. Biden hat in der Vergangenheit angedeutet, er beabsichtige, dem Iran-Atomabkommen wieder beizutreten. Netanjahu lehnt dies ab. Die USA waren 2018 unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump aus dem 2015 vereinbarten internationalen Abkommen ausgestiegen. Netanjahu rief Biden auch dazu auf, an die von Trump vermittelten Friedensabkommen zwischen Israel und arabischen Staaten anzuknüpfen. Die Normalisierungsabkommen zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrain, Sudan und Marokko hatte Biden begrüßt. Der designierte US-Außenminister Antony Blinken kündigte am Dienstag jedoch an, einige der zusätzlichen Vereinbarungen „eingehend” prüfen zu wollen, wie z.B. der Verkauf von US-amerikanischen F-35 Kampfflugzeugen an die VAE. Netanjahu dankte Trump „für all die großartigen Dinge, die Sie für Israel getan haben, insbesondere die historische Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und das Zustandebringen von vier Friedensabkommen zwischen Israel und der arabischen Welt.“

Foto: GPO/Amos Ben Gershom, Joe Biden und Benjamin Netanjahu, Archivbild 2016

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die neue US-Regierung. Beten wir für gute Beziehungen mit Israel, für Verständnis und Berücksichtigung der Anliegen Israels, insbesondere in Sicherheitsfragen. Beten wir um gottesfürchtige Berater und weise Entscheidungen.

Israel: Winterwetter bringt Regen und Schnee

Stürmisches Winterwetter mit starken Regenfällen hat am Mittwoch den Wasserstand des Sees Genezareth innerhalb von 24 Stunden um sechs Zentimeter ansteigen lassen. Der Pegel liegt nun bei 209,75 Metern unter dem Meeresspiegel. Das sind 95 Zentimeter unterhalb der oberen roten Linie, bei der der See über die Ufer treten würde. In den meisten Teilen des Landes gab es Unwetterwarnungen. Die Behörden warnten zudem vor Überschwemmungen in Stadtgebieten und vor Sturzfluten in der Wüste. Auf dem Berg Hermon im Norden des Landes und den Golanhöhen schneite es. Auf dem Hermon, Israels einzigem Skigebiet, liegen zurzeit ca. 40-70 Zentimeter Schnee. Das Besucherzentrum bereitet sich bereits auf Ausflügler vor, die nach dem Ende des Lockdowns am 31. Januar erwartet werden.

Gebetsanliegen: Danken wir Gott für den Regen und bitten wir um Bewahrung der Bevölkerung vor Überschwemmungen und Sturzfluten.

Israel verlängert Lockdown bis Ende Januar

Das israelische Kabinett hat am Dienstag den landesweiten Lockdown bis zum 31. Januar verlängert. Grund ist die weiterhin hohe Infektionsrate. Am Montag wurden 10.021 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet, der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise. Die Zahl der aktiven Fälle stieg damit auf 81.059. 1.114 Menschen sind schwer erkrankt, 277 müssen künstlich beatmet werden. 4.049 Israelis sind inzwischen mit oder an dem Coronavirus gestorben. 10,2% der rund 100.000 am Montag durchgeführten Tests hatten ein positives Ergebnis, der höchste Wert seit drei Monaten. Unter ultraorthodoxen Juden ist die Infektionsrate besonders hoch: rund 30% der positiv Getesteten sind ultraorthodoxe Juden, die jedoch nur 10% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Im ultraorthodoxen Bnei Brak hatten rund 20% der Tests ein positives Ergebnis, im benachbarten Tel Aviv lag die Rate bei 4%. Es wird vermutet, dass zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen zur hohen Infektionsrate beitragen. Roni Numa, Regierungsbeauftragter für die Pandemiebekämpfung in der ultraorthodoxen Gemeinschaft, geht z.B. davon aus, dass ca. 15% der ultraorthodoxen Schulen trotz Lockdown weiterhin Präsenzunterricht durchführen.

Fast 2,3 Millionen Israelis geimpft

Israel hat inzwischen seine Impfkampagne fortgesetzt. Rund 2,3 Millionen Israelis haben bereits die erste Dosis des Impfstoffes erhalten, ca. 550.000 die zweite Dosis. Seit Dienstag wird die Bevölkerungsgruppe ab 40 Jahren und darüber geimpft. Gesundheitsexperten warnten dennoch vor einer möglichen dritten Welle im Frühjahr. Insbesondere die rasche Ausbreitung der als ansteckender geltenden britischen Virus-Mutation gefährde ungeimpfte Personen aus Risikogruppen, erklärten sie. Sollten diese erkranken, könnte dies erneut zu hunderten schweren Krankheitsverläufen führen und die bereits überlasteten Krankenhäuser an den Rand ihrer Kapazitäten bringen.

Impfung: Rabbiner empfehlen Gebete und Segenssprüche

Angesichts der weltweit gestarteten Impfkampagne gegen Covid-19 haben Rabbiner in Israel und den USA verschiedene Gebete und Segenssprüche vorgeschlagen, die Impflinge bei Verabreichung des Impfstoffes sprechen können. Dies berichtet Rabbiner Jehoschua Ahrens in der Jüdischen Allgemeinen. So sei z.B. die „Birkat Hagomel“ passend, ein Segensspruch, der gesagt wird, wenn man einer Lebensgefahr entgangen ist. Andere Rabbiner würden hingegen das „Schehechejanu“ („Gepriesen seist Du, Herr, unser Gott, König der Welt, der Du uns hast Leben und Erhaltung gegeben und uns hast diese Zeit erreichen lassen.“) empfehlen. Das Schehechejanu werde gesagt, wenn man alleine Freude erfährt. Wenn man jedoch die Freude mit anderen teilt, sei das „HaTow w‘Hametiw“ („Gepriesen seist Du, Herr, unser Gott, König der Welt, der Du gut bist und Gutes erweist.“) passender, erklärt Rabbiner Ahrens. Ein von US-amerikanischen Rabbinern speziell für die Covid-19-Impfung formuliertes Gebet dankt dem „Herrn der Welt“ und „Weisheitsgeber“ für den Impfstoff und für „das Wissen, die Weisheit und die Ausdauer“ der Forscher, die ihn entwickelt haben. Ein frei formuliertes Lobgebet zu sprechen, das von Herzen komme, sei natürlich auch möglich. Und wer bei der ersten Impfung vergessen hat, ein Dankgebet zu sprechen, könne dies bei der zweiten Impfung nachholen.

Israel: Fäkal-Tabletten helfen bei Krebsbehandlung

Ein israelisches Forscherteam des Sheba Medical Centers in Tel HaShomer hat mit Hilfe von Fäkal-Tabletten die Erfolgsaussichten von Krebsimmuntherapie verbessert. Das Ergebnis der Phase-I-Studie wurde im Dezember im Wissenschaftsjournal Science veröffentlicht. Die Transplantation von Darm-Mikroben gesunder Spender, mit der die Darmflora des Patienten verändert werden soll, wurde in den späten 1950er Jahren erstmals bei Darmerkrankungen angewendet. In der Studie des Sheba Medical Centers wurde diese Methode nun zum ersten Mal bei Krebspatienten eingesetzt. Die geruchs- und geschmackslosen Tabletten wurden zehn Patienten mit Hautkrebs im Endstadium, bei denen die vorherige Krebsimmuntherapie keine Besserung gebracht hatte, verabreicht. Bei zwei der zehn Patienten, bei denen Ärzte eine Lebenserwartung von nur wenigen Wochen prognostiziert hatten, schlug die erneute Immuntherapie daraufhin an: Der Tumor bildete sich zurück und die Patienten lebten ein weiteres Jahr. Bei einem dritten Patienten konnte der Tumor ganz zerstört werden. Der Patient lebt heute krebsfrei. „Zum ersten Mal konnten Tumore erfolgreich bekämpft werden, indem die Darmflora verändert wurde“, sagte Dr. Ben Boursi, Onkologe in der Abteilung für Magen- und Darmkrebs des zentralisraelischen Krankenhauses. „Immuntherapie wirkt nur bei 40-50% der Krebspatienten“, erklärte er. Mit den Fäkal-Tabletten hoffen die Forscher, die Erfolgsaussichten der übrigen 50-60% der Krebspatienten zu verbessern. „Diese Tabletten könnten helfen, dass Immuntherapie bei Hautkrebs und anderen Krebserkrankungen anschlägt.“


ICEJ-Nachrichten per E-Mail abonnieren

 

Share this: