Change Region:Germany

Netanjahu, Johnson sprechen über Iran, Zweistaatenlösung

ICEJ-Nachrichten vom 06. September 2019

DruckversionSend by email
Posted on: 
6 Sep 2019 (All day)
Netanjahu, Johnson sprechen über Iran, Zweistaatenlösung

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat seinen britischen Amtskollegen Boris Johnson am Donnerstag in London getroffen, um über die vom Iran ausgehende Bedrohung und eine mögliche Zweistaatenlösung zu sprechen. Netanjahu nannte Johnson einen guten Freund des jüdischen Volkes und Israels und lobte seinen Einsatz gegen Antisemitismus und für Israels Sicherheit. „Die Aggression und der Terrorismus des Iran sind eine Herausforderung und ich möchte darüber sprechen, wie wir dem gemeinsam zugunsten des Friedens entgegentreten können“, sagte Netanjahu, der bei seinem Kurzbesuch in London auch US-Verteidigungsminister Mark Esper treffen will. (Foto: Haim Zach/GPO, Netanjahu trifft Johnson, 5. Sept. 2019)

Netanjahu warnt vor Irangesprächen

Vor seiner Abreise nach London drängte Netanjahu die Weltmächte, keine Gespräche mit dem Iran zu beginnen, sondern den Druck auf Teheran zu erhöhen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angedeutet, dass er sich diesen Monat bei der UN-Generalversammlung mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani treffen könnte. Rouhani hatte am Mittwoch angekündigt, sein Land werde ab Freitag weitere Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb nehmen. Dies wäre die dritte Verletzung des Atomabkommens innerhalb von vier Monaten. Der Iran machte am Mittwoch den Erhalt von europäischen Krediten in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar (13,7 Milliarden Euro) zur Bedingung für weitere Verhandlungen, um das Atomabkommen zu retten. Die USA hatten das Abkommen 2018 aufgekündigt. US-Sanktionen machen der iranischen Wirtschaft, die von Ölexporten abhängig ist, schwer zu schaffen. Am Mittwoch verhängte Trump neue Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor.

 

Israel, Schweiz erwägen Alternative zu UNRWA

Israel und die Schweiz wollen zusammenarbeiten, um eine Alternative zum UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) zu finden. Das gab der israelische Außenminister Israel Katz am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem Schweizer Amtskollegen Ignazio Cassis in Bern bekannt. Cassis erklärte, die UNRWA schüre unter den Palästinensern in Flüchtlingslagern im Nahen Osten „unrealistische Hoffnung auf ein Rückkehrrecht“ nach Israel. Die Schweiz zahlte bereits die für 2019 zugesagten 22,5 Millionen US-Dollar (20,4 Millionen Euro) an die UNRWA. Im Juli 2019 wurde vorerst die Aussetzung weiterer Zahlungen beschlossen, nachdem mehreren führenden Mitarbeitern des UN-Hilfswerks massives Fehlverhalten, darunter Machtmissbrauch und Vetternwirtschaft, vorgeworfen wurde. Die UNRWA ist für 5,4 Millionen palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen in Nahost zuständig.

 

Israel: Hisbollah, Iran bauen Raketenfabrik im Libanon

Israel geht davon aus, dass die schiitische Terrororganisation Hisbollah mit Hilfe des Irans im libanesischen Bekaa-Tal eine Fabrik für präzisionsgesteuerte Raketen baut. Die israelische Armee veröffentlichte am Dienstag entsprechende Luftaufnahmen. Am Sonntag hatte die Hisbollah mehrere Panzerabwehrraketen auf Israel gefeuert und zwei israelische Militärfahrzeuge nur knapp verfehlt. Die Times of Israel meldete, ein israelischer Vergeltungsangriff auf Stützpunkte der Hisbollah sei abgebrochen worden, da keine israelischen Soldaten zu Schaden gekommen waren. Israels Außenminister Israel Katz forderte den Libanon am Montag auf, die Hisbollah „im Zaum zu halten“. Der libanesische Premierminister Saad Hariri erklärte am Mittwoch, er habe kaum Möglichkeiten, den Einfluss der Hisbollah im Libanon einzudämmen: Die Hisbollah sei ein regionales Problem, kein rein libanesisches. Im Raketenkrieg 2006 schoss die libanesische Terrororganisation rund 3.900 Raketen auf Israel. 44 israelische Zivilisten und 106 Soldaten wurden getötet. Ynetnews berichtete am Mittwoch, für 800.000 Israelis im Norden des Landes gäbe es im Fall eines erneuten Krieges nicht genügend Schutzräume.

Gebetsanliegen: Bitte betet mit uns, dass sich die Lage an der Nordgrenze Israels zum Libanon entspannt und dass die 2018 beschlossenen Sicherheitsmaßnahmen für die Israelis im Norden des Landes schnellstmöglich umgesetzt werden.

 

Israel hilft auf den Bahamas und in Brasilien

Die weltweit tätige israelische Hilfsorganisation IsraAID hat den Bahamas am Dienstag Katastrophenhilfe zugesagt. IsraAID wird dringend benötigte Hilfsgüter sowie Wasserfilter zur Trinkwasseraufbereitung liefern und psychologische Ersthilfe leisten. Der Archipel im Atlantik wurde am Sonntag von Hurrikan Dorian getroffen. Der Hurrikan der höchsten Gefahrenstufe erreichte Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern. Mindestens 20 Menschen starben, rund 70.000 Menschen sind auf Nothilfe angewiesen. Unterdessen brachen am Dienstag elf israelische Feuerwehrleute und Rettungskräfte nach Brasilien auf, um bei den Löscharbeiten im Amazonasgebiet zu helfen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte Israels Hilfe angenommen, hingegen Hilfsangebote vor allem europäischer Länder als Einmischung in interne Angelegenheiten seines Landes angesehen.

 

Nauru, Honduras erkennen Jerusalem als Hauptstadt Israels an

Der Inselstaat Nauru im Pazifischen Ozean und das in Zentralamerika gelegene Land Honduras haben am 28. August Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Das berichteten israelische Medien vergangene Woche. Nauru hat etwa 10.000 Einwohner. Es unterstützt Israel regelmäßig mit seiner Stimme bei den Vereinten Nationen - ungeachtet des Drucks arabischer Länder. Honduras eröffnete am Sonntag ein diplomatisches Handelsbüro in Jerusalem. Dies sei der erste Schritt, auch die Botschaft Honduras von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, erklärte Honduras Präsident Juan Orlando Hernández. An der Klagemauer in Jerusalem schrieb er ins Gästebuch: „Danke, Herr, dass ich Honduras in dieser Zeit vertreten darf, um unserer Verbundenheit mit Israel Ausdruck zu verleihen. Möge dies der Beginn eines neuen Segens für unser Volk sein.“ Seit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA im Dezember 2017 haben einige Staaten in Jerusalem Handelsbüros mit unterschiedlichem diplomatischem Status eröffnet. Neben den USA verlegte auch Guatemala seine Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

 

Share this: