Change Region:Germany

Rakete aus Gaza beschädigt Haus in Beerschewa

ICEJ-Kurznachrichten vom 18. Oktober 2018

DruckversionSend by email
Posted on: 
18 Okt 2018 (All day)
Rakete aus Gaza beschädigt Haus in Beerschewa

© Foto: IDF, Nur 60 Sekunden blieben der Bewohnerin dieses Hauses in Beerschewa, um mit ihren drei kleinen Kindern in einen Schutzbunker zu fliehen.

Am frühen Mittwochmorgen sind von Gaza aus zwei Raketen auf Israel abgefeuert worden. Eine Rakete traf ein Haus im mehr als 40 km entfernten Beerschewa. Die Mutter hatte nach dem Beginn des Sirenenalarms um kurz nach 3.30 Uhr nur 60 Sekunden Zeit, mit ihren drei kleinen Kindern in einen Schutzbunker zu fliehen. Sie konnte ihre Familie rechtzeitig in Sicherheit bringen, erlitt jedoch einen Schock. Die andere Rakete stürzte ins Mittelmeer ab. Sie war Richtung Tel Aviv abgefeuert worden. Die israelische Luftwaffe zerstörte als Reaktion auf den Raketenbeschuss 20 Stellungen der Hamas im Gazastreifen. Die Hamas bestritt, die Raketen abgefeuert zu haben. Auch Ballons mit Brandsätzen und Sprengfallen wurden von Gaza aus wieder auf israelische Seite geschickt. Einer der Ballons ging an einer Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Barzilai Medical Centers in Aschkelon nieder, wie die israelische Polizei am heutigen Donnerstag bekannt gab. Polizisten und Sicherheitsbeamte konnten den Brandsatz unschädlich machen. Das Medical Center liegt rund zehn Kilometer entfernt von der Gaza-Grenze.

 

UN überträgt „Staat Palästina“ Vorsitz in UN-Gruppe

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am Dienstag einer Resolution zugestimmt, mit der dem „Staat Palästina“ der Vorsitz in der „Gruppe 77“ für das Jahr 2019 übertragen wird. Von 146 Staaten stimmten nur drei Staaten gegen diese Resolution: Israel, die USA und Australien. Es gab 15 Enthaltungen, überwiegend von osteuropäischen Ländern. Deutschland stimmte der Resolution zu. Die „Gruppe 77“ ist der größte Zusammenschluss von Entwicklungsländern in der UN. 134 Länder gehören dieser Gruppe an, rund zwei Drittel aller Mitgliedsstaaten, inklusive China. Die palästinensischen Vertreter feierten die Resolution als „großen politischen Sieg“. Als Vorsitzende der Gruppe können sie unter anderem eigene Verfahrensanträge stellen. Die Wahl wurde von den USA scharf kritisiert. Die scheidende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Nikki Haley wies darauf hin, dass es keinen „Staat Palästina“ gebe und „Palästina“ auch kein Mitglied der UN sei. Durch die Übertragung des Vorsitzes und die „Quasi-Anerkennung“ als „Staat Palästina“ werde der Friedensprozess erschwert. „Diese Fehlentscheidung der UN bestärkt die Illusion vieler palästinensischer Führer, dass sie ihre Ziele ohne Friedensbemühungen und ohne direkte Verhandlungen mit Israel erreichen können“, kritisierte Nikki Haley. Die Palästinenser haben seit 2012 einen Beobachterstatus bei den UN.

 

Unverständnis in Israel über TU Berlin

In Israel hat man mit Unverständnis auf die Entscheidung des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der Technischen Universität reagiert. Diese hatte eine Forschungsstelle ausgerechnet mit einem Forscher besetzt, der als entschiedener Israel-Feind gilt. Der neue Mitarbeiter Luis Hernandes Aguilar war in der Vergangenheit in leitender Funktion für eine britische Organisation tätig, die zu den Hauptorganisatoren der jährlichen Londoner al-Quds-Demonstrationen gehört. Die Londoner al-Quds-Tage werden vom iranischen Regime gesponsert. Dabei wird regelmäßig die Zerstörung des jüdischen Staates gefordert. Redner riefen in der Vergangenheit auch immer wieder offen zum Massenmord an Juden auf. „Man kann sich vorstellen, dass solche Vorgänge im Iran passieren – man richtet ein Institut ein für Studien zum Antisemitismus und lädt Antisemiten ein, dort zu arbeiten“, kritisierte Dr. Efraim Zuroff, der Leiter des Jerusalemer Büros des Simon Wiesenthal Centers. Gleichwohl zeigte sich Dr. Zuroff nicht überrascht über die Personalentscheidung der Berliner Universität. Die Entwicklung sei vorhersehbar gewesen, denn dieses Forschungszentrum habe Antisemitismus in der Vergangenheit immer wieder verharmlost. Das ZfA steht trotz Kritik zu seiner Personalentscheidung. Der stellvertretende Direktor Uffa Jensen betonte gegenüber der „taz“, man sei froh, mit Aguilar einen international ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der Islamfeindschaft gewonnen zu haben.

 

Studie zu Flüchtlingszahlen

Eine neue israelische Studie hat ergeben, dass die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge weitaus kleiner ist, als bisher vom UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge UNRWA offiziell angegeben. Einigkeit herrscht darüber, dass ursprünglich rund 700.000 palästinensische Flüchtlinge 1948 Israel verlassen haben. Die UNRWA rechnet allerdings auch alle deren Nachkommen zur Gruppe der Flüchtlinge hinzu und kommt damit auf aktuell rund fünf Millionen. In der israelischen Studie werden hingegen ausschließlich die tatsächlichen Flüchtlinge als Flüchtlinge gezählt, so wie dies auch bei anderen Ländern und Konflikten üblich ist. Die Studie wurde noch nicht veröffentlicht. Tzipi Hotovely, stellvertretende israelische Außenministerin, erklärte, die Studie zeige, dass es heute nicht einmal annähernd eine Million tatsächliche palästinensische Flüchtlinge gebe.

 

Israel freut sich über Christen aus China

Das israelische Tourismusministerium hat diese Woche eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass die Zahl der christlichen Besucher aus China konstant wächst. „Das Christentum breitet sich in China aus und chinesische Christen sehen Israel als interessantes Urlaubsziel“, so die Erkenntnis der Studie.

 

Share this: