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Raketen aus Gaza: Israel erwägt Militäroperation

ICEJ-Nachrichten vom 27. April 2021

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Posted on: 
27 Apr 2021
Raketen aus Gaza: Israel erwägt Militäroperation

Israels Sicherheitskabinett hat am Montag eine umfangreiche Militäroperation im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen genehmigt, sollte der Raketenbeschuss aus der Enklave andauern. Die israelische Armee hat ihre Präsenz entlang der Gaza-Grenze bisher nicht verstärkt, hat jedoch Vorbereitungen für ausgedehnte Gegenmaßnahmen anlaufen lassen. Am Freitagabend feuerten Terroristen mindestens 36 Raketen und Mörsergranaten auf Südisrael. In einigen israelischen Ortschaften entstand geringer Sachschaden. Am Samstag und Sonntag feuerten die Terroristen vier bzw. fünf Geschosse auf Israel. Die israelische Luftwaffe bombardierte am Freitag Stellungen der Hamas. Am Montag schloss Israel die Fischereizone vor der Enklave. Für den Raketenbeschuss vom Wochenende übernahmen die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden von Mahmud Abbas‘ Fatah-Partei und die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) die Verantwortung. Sie erklärten, dieser erfolge als Reaktion auf die andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen in Jerusalem zwischen arabischen Jugendlichen und der israelischen Polizei. Beobachter gehen davon aus, dass der Raketenbeschuss auf Rivalitäten palästinensischer Parteien und Gruppierungen zurückzuführen ist. Für den 22. Mai sind die ersten Parlamentswahlen seit 15 Jahren angesetzt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat jedoch bereits angedeutet, sie auf unbestimmte Zeit verschieben zu wollen.

Foto: IDF, Israelischer Panzer, Symbolbild

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein Ende des Raketenbeschusses auf israelische Ortschaften und für die Sicherheit der Bewohner. Beten wir auch um Weisheit für die israelische Regierung und Militärführung angesichts der aktuellen Sicherheitslage. Und beten wir für die Menschen in den Palästinensergebieten, dass Gott ihnen Zukunft und Hoffnung schenkt.

Krawalle in Jerusalem: 20 verletzte Polizisten

Bei den andauernden nächtlichen Krawallen in Jerusalem sind am Donnerstag rund 20 Polizisten verletzt worden, als sie versuchten, jüdische und arabische Demonstranten auseinanderzuhalten. Seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan kommt es nahe des Damaskus-Tores täglich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen arabischen Jugendlichen und der Polizei. Nachdem auch vereinzelte Übergriffe von Arabern auf jüdische Jugendliche bekannt wurden, marschierten am Donnerstag rund 300 jüdische Unterstützer der nationalistischen Gruppe „Lehava“ in Richtung Damaskus-Tor und skandierten dabei araberfeindliche Slogans. Die Polizei setzte u.a. Blendgranaten, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die beiden Gruppen auseinanderzutreiben. Dabei wurden mehr als 105 Araber verletzt, 22 von ihnen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Auch Unbeteiligte wurden Opfer gewaltsamer Übergriffe. Arabische Demonstranten griffen einen jüdischen Autofahrer an. Als er zu Fuß die Flucht ergriff, prügelten die Angreifer auf ihn ein und steckten sein Auto in Brand. Nahe der Altstadt bewarfen jüdische Jugendliche ein arabisches Wohnhaus mit Gegenständen. Auf dem Mahane-Jehuda-Markt in Westjerusalem kam die Polizei arabischen Arbeitern zu Hilfe, nachdem diese von Lehava-Anhängern attackiert worden waren.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Krawalle. Beten wir, dass Gott Frieden schafft, auf den Straßen Jerusalems und in den Herzen seiner Bewohner. Beten wir um Bewahrung, auch der Polizisten und aller unbeteiligten Passanten.

Syrische Rakete schlägt in Israel ein

Trümmer einer syrischen Boden-Luft-Rakete sind am Donnerstag nahe des israelischen Kernforschungszentrums in Dimona eingeschlagen. Die israelische Armee sagte, sie gehe nicht von einem beabsichtigten Angriff aus. Vielmehr habe es sich um eine fehlgeleitete Abwehrrakete gehandelt, die die syrische Luftabwehr auf israelische Kampfjets feuerte, als diese Stellungen nahe Damaskus angriffen. Demnach habe die Rakete des Typs SA-5, auch als S-200-Rakete bekannt, zunächst ihr Ziel verfehlt und sei dann rund 300 Kilometer in südlicher Richtung geflogen bis sie über der Wüste Negev explodiert sei. Ob die herabstürzenden Trümmerteile zu Verletzten oder Sachschäden geführt haben, ist bisher nicht bekannt. Die Armee lässt inzwischen prüfen, warum die israelische Luftabwehr die Rakete nicht abfangen konnte. Bereits 2019 schlug eine auf israelische Kampfjets abgefeuerte syrische Boden-Luft-Rakete in Nordzypern ein und verursachte dort einen Brand.

Auswärtiges Amt verteidigt Unterstützung israelkritischer UN-Resolutionen

Das Auswärtige Amt hat die deutsche Unterstützung antiisraelischer Resolutionen beim UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) verteidigt. Das Gremium hatte Israel Ende März als „Besatzungsmacht“ bezeichnet und den jüdischen Staat aufgefordert, die Palästinenser nicht zu diskriminieren, u.a. bei der Verteilung des Covid-19-Impfstoffes. Zudem wurde ein Waffenembargo gegen Israel gefordert. Deutschland und fünf weitere EU-Staaten stimmten für die Resolution. Österreich und Bulgarien stimmten dagegen, Tschechien enthielt sich. In einer Antwort auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Frank Müller-Rosentritt (FDP) erklärte das Auswärtige Amt, es setze sich mit Nachdruck gegen Resolutionen ein, die Israel einseitig verurteilten. Im März habe man den Palästinensern substanzielle textliche Zugeständnisse abringen können. Rosentritt kritisierte gegenüber der WELT, die Bundesregierung wolle „keine klare Stellung beziehen“ und versuche, es allen recht zu machen, „auf Kosten des jüdischen Staates, der hier wieder vollkommen einseitig verurteilt wird.“ Die Kritik an Israels Impfkampagne bezeichnete er als „unreflektiert“. Kritiker hatten Israel vorgeworfen, der Bevölkerung in den Palästinensergebieten Covid-19-Impfstoff vorzuenthalten. Israel wies darauf hin, dass gemäß Oslo-Abkommen die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) für Impfungen zuständig ist. Zudem hatte die PA zu dem Zeitpunkt, als Israel Impfstoff bestellte, die Zusammenarbeit mit Israel abgelehnt. Die mehr als 100.000 Palästinenser, die in Israel arbeiten dürfen, wurden von Israel gegen Covid-19 geimpft. Laut WELT wurde Israel seit 2016 vom UNHRC 90 Mal verurteilt, mehr als Syrien, Nordkorea, Iran, Jemen und Venezuela zusammengenommen.

Berlin: 1004 antisemitische Vorfälle im Jahr 2020

Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat im vergangenen Jahr 1004 antisemitische Vorfälle in der Bundeshauptstadt verzeichnet. Wie RIAS vergangene Woche bekannt gab, wurden 770 Fälle (2019: 881) als verletzendes Verhalten, wie z.B. Beleidigungen, eingeordnet. Die Zahl gewaltsamer Übergriffe ist auf 17 zurückgegangen (2019: 33), was RIAS mit der Einschränkung des öffentlichen Lebens aufgrund der Corona-Krise erklärt. Etwa 186 der Vorfälle hingen mit der Covid-19-Pandemie zusammen. 348 Vorfälle richteten sich direkt gegen Menschen, 515 hatten jüdische oder israelische Einrichtungen zum Ziel. Bei über 50% der Vorfälle gilt die Weltanschauung der Täter als unbekannt. 27% der Vorfälle gingen auf Rechtsextremismus zurück, 9% auf Verschwörungstheorien. 5% der Fälle waren antiisraelisch und 2% islamistisch motiviert. Die Zeit Online berichtet, RIAS ordne „die immer wieder vorkommenden antisemitischen Beschimpfungen in arabischer oder türkischer Sprache oder sonst aus der muslimischen Szene keiner politischen Richtung, sondern der Kategorie ‚Unbekannt‘ zu.“ Genaue Zahlen liegen daher nicht vor.


 

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