Raketenbeschuss auf Südisrael

ICEJ-Nachrichten vom 16. Januar 2020

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16 Jan 2020
Raketenbeschuss auf Südisrael

Palästinensische Terroristen im Gazastreifen haben am Mittwoch mindestens vier Raketen auf Israel gefeuert, zwei wurden durch das Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) abgefangen. Der Raketenbeschuss erfolgte, als Kinder der südisraelischen Ortschaften sich gerade auf dem Heimweg von der Schule befanden. Israelischen Medienberichten zufolge griff die israelische Armee daraufhin Stellungen der in der Enklave herrschenden radikalislamischen Terrororganisation Hamas an. Am Mittwochabend landeten mit Brandsätzen bestückte Ballons in Sderot. Die Eskalation erfolgte nach drei Wochen relativer Ruhe. Israelische Sicherheitsexperten fürchten, der Angriff vom Mittwoch sei ein Versuch, Druck auf Israel und Ägypten auszuüben, Verhandlungen mit der Hamas wieder aufzunehmen. Ägypten hatte die Verhandlungen abgebrochen, nachdem Hamas-Führer Ismail Hanijeh in den Iran gereist war - entgegen einer Vereinbarung mit dem ägyptischen Geheimdienst. Ägypten sorgt sich wie Israel wegen des Einflusses des Irans im Gazastreifen durch die iranische Unterstützung der Terrorgruppen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad.

Foto: Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen, Archivbild, IDF

 

Atomabkommen: Iran droht USA und Europa

Der iranische Präsident Hassan Rohani hat den USA und Europa gedroht. „Heute befinden sich amerikanische Soldaten in Gefahr, morgen könnten europäische Soldaten in Gefahr sein“, sagte Rohani, nachdem Deutschland, Großbritannien und Frankreich den Druck auf den Iran wegen Verstößen gegen das Atomabkommen erhöht hatten. Das iranische Außenministerium warnte die Europäer vor „Konsequenzen“. Die drei europäischen Unterzeichner des Atomabkommens hatten am Dienstag den Streitschlichtungsmechanismus ausgelöst, der zur Wiedereinführung von Sanktionen führen kann. Es bliebe ihnen „angesichts des iranischen Vorgehens keine andere Wahl, als unsere Bedenken, dass Iran seine Verpflichtungen aus der Nuklearvereinbarung nicht einhält, heute zu Protokoll zu geben“, verkündeten sie. Nach der Tötung Qasem Soleimanis, Kommandeur der Quds-Brigaden, am 3. Januar durch die USA, hatte der Iran angekündigt, sich ab sofort nicht mehr an die im Abkommen vereinbarte Begrenzung der Urananreicherung zu halten. Der deutsche Außenminister Heiko Maas erklärte, man könne „die zunehmenden iranischen Verletzungen des Nuklearabkommens nicht länger unbeantwortet lassen.“ Er forderte den Iran auf, „sich konstruktiv an dem nun beginnenden Verhandlungsprozess zu beteiligen.“ Der britische Premierminister Boris Johnson rief die USA am Dienstag dazu auf, das bestehende Abkommen neu zu verhandeln und durch ein „Trump-Abkommen“ zu ersetzen.

 

Israelische Armee: Iran zunehmend geschwächt

Die Militäraufklärung der israelischen Armee sieht den Iran als zunehmend geschwächt an. Dies sei auf die andauernden landesweiten Proteste gegen das Mullah-Regime sowie auf den Tod des einflussreichen Kommandeurs der Quds-Brigaden, Qassem Soleimani, Anfang Januar zurückzuführen. Das berichtete die Times of Israel am Dienstag. In ihrem jährlichen Geheimdienstbericht führt die Armee den Iran weiterhin als Israels bedrohlichsten Feind auf. Nach der Tötung Soleimanis sei es aber nun möglich, den Einfluss des Irans in Syrien einzudämmen oder gar aufzuhalten. Auch Waffentransporte an die pro-iranische Terrormiliz Hisbollah im Libanon und der Technologietransfer, den die Hisbollah zur Umrüstung ihres Raketenarsenals zu präzisionsgesteuerten Waffen benötigt, könnten nun unterbunden werden. Eine mit ballistischen Raketen bewaffnete Hisbollah bleibe die größte Bedrohung des jüdischen Staats und werde nur von einem nuklear bewaffneten Iran übertroffen. Die Gefahr eines offenen Kriegs mit dem Iran sieht die israelische Militärführung derzeit nicht gegeben. Doch angesichts seines schwindenden Einflusses in Syrien und dem Irak könne der Iran möglicherweise auf Israels Luftschläge gegen dort stationierte pro-iranische Milizen mit Vergeltungsschlägen reagieren.

Proteste und interne Verstimmungen im Iran

Die israelische Armee betrachtet die seit November andauernden Proteste im Iran als die größte Herausforderung des Mullah-Regimes seit der Machtergreifung während der sogenannten Islamischen Revolution (1979). Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf Insider im iranischen Innenministerium rund 1.500 Tote, darunter Demonstranten und Sicherheitskräfte. Die britische Tageszeitung The Telegraph berichtete am Montag über eine wachsende Verstimmung im Iran zwischen der Regierung Präsident Hassan Rohanis und der religiösen Führung Ayatollah Ali Khameneis. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC), die der direkten Führung Khameneis unterstehen, hätten nach dem Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs vergangene Woche Präsident Rohani zunächst „belogen“ und einen technischen Defekt für den Absturz verantwortlich gemacht, sagte ein Sprecher Rohanis. Nachdem die Regierung am Samstag als tatsächliche Absturzursache den Abschuss durch die IRGC bekanntgegeben hatte, kam es zu einem weiteren Zerwürfnis mit der IRGC.

 

 

Anschlagspläne auf Berliner Synagoge aufgedeckt

Die Berliner Polizei hat am Dienstag Razzien in Berlin, Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Dabei wurden Bargeld, Hieb- und Stichwaffen sowie Datenträger beschlagnahmt, berichtete die Berliner Morgenpost am Mittwoch. Gegen fünf tschetschenisch-stämmige Islamisten liege der „Verdacht einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ vor. Sie sollen Anschläge gegen die Neue Synagoge in Berlin-Mitte und ein Einkaufszentrum geplant haben. Die Verdächtigen gerieten im September 2019 ins Visier der Behörden, nachdem sie beim Filmen der Synagoge beobachtet worden waren. Eine konkrete Anschlagsgefahr bestand nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft jedoch nicht. Gegen die Verdächtigen wurde kein Haftbefehl erlassen, da derTatverdacht bislang nicht ausreiche.„Der heutige Einsatz zeigt, dass Berlin nach wie vor im Fokus des internationalen Terrorismus steht“, sagte Kerstin Philipp, Vizechefin der Gewerkschaft der Polizei.

 

 

Israel: Behandlung gegen resistente Bakterien entwickelt

Israelische Ärzte und Biophysiker haben ein mathematisches Modell entwickelt, das den Erfolg von Antibiotikabehandlungen verbessern kann. Das berichtete die Jerusalem Post am Dienstag. Prof. Nathalie Balaban (Hebräische Universität in Jerusalem) und Dr. Maskit Bar-Meir (Shaare Zedek Medical Center) zeigen in ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, dass Bakterien, die bisher als antibiotikaresistent galten, mit heute verfügbaren Antibiotika bekämpft werden können. Anhand ihres Modells lasse sich erschließen, welche Kombination von Antibiotika im Einzelfall erfolgreich sei. Zuvor hatten Balaban und die Doktorandin Irit Levin-Reisman den genauen Zeitpunkt ermittelt, wann Bakterien Toleranz entwickeln - das Stadium, in dem sie während einer Behandlung nicht „reagieren“ und daher vom Antibiotikum nicht zerstört werden. Sobald das Stadium der Toleranz erreicht ist, ist die Wahrscheinlichkeit der Resistenzentwicklung größer, was zum Scheitern der Behandlung führt. Anhand des neuen Modells können Ärzte bereits vor einer Behandlung feststellen, gegen welche Antibiotika die im Körper eines Patienten befindlichen Bakterien Toleranz entwickelt haben, und eine andere Kombination verabreichen. Jedes Jahr sterben weltweit rund 700.000 Menschen durch resistente Bakterien, bis 2050 soll die Zahl auf 10 Millionen steigen.

 

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