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Rekord-Hitzewelle in Israel

ICEJ-Nachrichten vom 19. Mai 2020

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Posted on: 
19 Mai 2020
Rekord-Hitzewelle in Israel

Israel erlebt diese Woche eine nie zuvor dagewesene Hitzewelle. Die seit Samstag herrschenden Temperaturen von über 38°C sollen noch bis mindestens Donnerstag andauern. Seit Beginn der Aufzeichnungen hat es in Israel keine Hitzewelle mit Temperaturen über 38°C gegeben, die sechs Tage andauerte. In der Küstenebene und dem nördlichen Negev kletterten die Temperaturen auf bis zu 44°C, im Jordantal und der Arava-Senke wurden bis zu 49°C gemessen. Am Montag starb ein Mann (41), nachdem er in seinem Auto einen Hitzschlag erlitten hatte. Das Gesundheitsministerium hob die Maskenpflicht in Schulen und im öffentlichen Raum bis Ende der Woche auf. In einigen Städten fiel der nach der Corona-Krise erst kürzlich wieder aufgenommene Unterricht aus. Entgegen der Corona-Verordnungen der Regierung besuchten zahlreiche Israelis die Strände des Landes. Nahe der zentralisraelischen Stadt Beit Schemesch mussten wegen eines Waldbrandes mehrere Anwohner ihre Häuser verlassen. Die Feuerwehr konnte den Brand mit Löschflugzeugen erfolgreich bekämpfen.

Foto: Unsplash, Stand von Tel Aviv, Archivbild

 

Israel weist EU-Kritik an Annexionsplänen zurück

Israels Außenministerium hat am heutigen Dienstag die Kritik der EU an der geplanten Annexion von Gebieten in Judäa und Samaria zurückgewiesen. Die EU ignoriere „wieder einmal“ Israels Sicherheit und die Bedrohungen, denen es ausgesetzt sei, erklärte das Ministerium. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte Israels Regierung am Montag zur Vereidigung gratuliert. Zugleich kritisierte er die in der Koalitionsvereinbarung vorgesehene Annexion. Die EU werde keinen Grenzverlauf anerkennen, der von der Waffenstillstandslinie von 1949 abweiche, es sei denn dieser werde im Rahmen eines israelisch-palästinensischen Friedensvertrags vereinbart, erklärte Borrell. Nach einer Videokonferenz der EU-Außenminister am Freitag kündigte Borrell an, die EU werde auf diplomatischem Weg versuchen, unilaterale Schritte Israels zu verhindern. Man bemühe sich darum, „die beste Beziehung zu Israel“ zu unterhalten, sagte er. Einige EU-Mitgliedsstaaten, darunter Frankreich, Irland, Schweden, Belgien, Luxemburg und Spanien, befürworten wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen Israel.

 

Vermuteter israelischer Cyberangriff auf iranische Hafenanlage

Eine iranische Hafenanlageist durch einen Cyberangriff am 9. Mai zum Stillstand gebracht worden. Der „hochpräzise“ Angriff habe das „geschäftige Terminal“ bei Bandar Abbas, an der Straße von Hormus,„zu einem abrupten und unerklärlichen Halt gebracht“, berichtete die Washington Post am Montag. Computer, die den Schiffs- und Straßenverkehr im und zum Terminal steuerten, seien „abgestürzt“. Der Angriff habe zu einem mehrere Tage andauernden Rückstand geführt. Die Washington Post berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen in der US-Regierung, es habe sich um einen israelischen Vergeltungsangriff gehandelt. Iranische Hacker hatten im April Israels Wasser- und Abwasseranlagen angegriffen, jedoch nur geringen Schaden angerichtet. Israel nannte den iranischen Cyberangriff eine schwerwiegende Eskalation, da er auf zivile Einrichtungen gezielt hatte. Anfang Mai diskutierte Israels Sicherheitskabinett den Angriff und Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

 

Anschlag auf Militärposten verhindert, Auto rammt Soldaten

Israelische Soldaten haben am Freitag einen Anschlag auf einen Militärposten nahe Abu Dis verhindert. Drei Terroristen wurden bei dem Versuch, Brandsätze auf den östlich von Jerusalem gelegenen Militärposten zu werfen, entdeckt und außer Gefecht gesetzt. Am Donnerstag rammte ein Palästinenser bei einem Kontrollpunkt nahe Hebron eine Gruppe israelischer Soldaten mit seinem Auto. Dabei erlitt ein Soldat mittelschwere Verletzungen. Der Attentäter wurde erschossen. Nachdem während der Corona-Krise Terroranschläge und gewaltsame Proteste in den Palästinensergebieten zurückgegangen waren, ist es in den letzten Wochen zu einem Wiederanstieg an Anschlägen und Anschlagsversuchen gekommen.

 

EU-Parlament verurteilt Gewaltverherrlichung in PA-Schulbüchern

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag gewaltverherrlichende Inhalte in den Schulbüchern der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verurteilt. In einer Resolution, die im Rahmen des aktuellen Haushaltsberichts verabschiedet wurde, kritisierten die Parlamentarier, dass die PA „problematisches Material immer noch nicht entfernt“ habe. Außerdem forderten sie die EU-Kommission auf, zu gewährleisten, dass keine EU-Gelder verwendet würden, um „Schulbücher und Bildungsmaterial zu finanzieren, die bei Kindern religiöse Radikalisierung, Intoleranz, ethnische Gewalt und Märtyrertum schüren“. Das Jerusalemer Institut für Friedensüberwachung und kulturelle Toleranz in der schulischen Bildung (IMPACT-se), das gewaltverherrlichende Inhalte palästinensischer Schulbücher untersucht und darüber aufklärt, begrüßte die Resolution. Das EU-Parlament sei „eindeutig verärgert über die andauernden Zahlungen umfangreicher Summen an das palästinensische Bildungssystem, das eines der hasserfülltesten, gewalttätigsten und extremsten Lehrpläne der Welt verfolgt“, erklärte das Institut.
 


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