Change Region:Germany

Steinmeier in Jerusalem

ICEJ-Nachrichten vom 01. Juli 2021

DruckversionSend by email
Posted on: 
1 Jul 2021
Steinmeier in Jerusalem

Deutschland ist entschlossen, einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern. Das sagte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am heutigen Donnerstag bei einem Treffen mit Israels Staatspräsident Reuven Rivlin in Jerusalem. Es ist der letzte offizielle Empfang Rivlins, dessen Amtszeit am 9. Juli endet. Steinmeier verurteilte zudem die Hamas-Raketenangriffe der islamistischen Terrororganisation Hamas, die er als „etwas, das wir niemals hinnehmen werden“ bezeichnete. Er bekräftigte seine Unterstützung der sog. Zwei-Staaten-Lösung und betonte die Notwendigkeit vertrauensfördernder Maßnahmen zwischen Israel und den Palästinensern. Rivlin dankte Steinmeier dafür, dass er Deutschland „im bedingungslosen Kampf gegen Antisemitismus“ geführt habe und für Deutschlands Unterstützung in Israels „gerechtem Kampf gegen Terroristen, die uns von der Landkarte tilgen wollen.“ Anschließend besuchten die beiden Staatsoberhäupter das Grab von Rivlins 2019 verstorbener Frau Nechama und legten an Theodor Herzls Grab einen Kranz nieder. Am Abend wird Rivlin ein Staatsessen für Steinmeier und dessen Frau ausrichten. Der deutsche Bundespräsident wird bei seinem Besuch auch Israels neuen Premierminister Naftali Bennett treffen und die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem besuchen.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Frank-Walter Steinmeier und Reuven Rivlin, 01.07.2021

VAE: Lapid eröffnet israelische Botschaft

Israels Außenminister Jair Lapid hat am Dienstag Israels Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eingeweiht. Es war der erste offizielle Besuch eines israelischen Ministers seit September 2020, als die VAE und Israel im Rahmen der Abraham-Abkommen diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. „Wir sind heute hier, weil wir Frieden statt Krieg gewählt haben, Kooperation statt Konflikt, das Wohl unserer Kinder statt der schlechten Erinnerungen der Vergangenheit“, sagte er. Er dankte dem ehemaligen Premierminister Benjamin Netanjahu. Dieser sei „der Architekt der Abraham-Abkommen, der unermüdlich gearbeitet hat, damit sie zustande kamen.“ Er bedankte sich auch beim ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und bei seinem Nachfolger Joe Biden. Lapid forderte alle Nahost-Staaten auf, Israel anzuerkennen. „Israel will Frieden mit allen Nachbarländern. Wir werden nicht wieder weggehen. Der Nahe Osten ist unser Zuhause.“ Während seines zweitägigen Besuchs traf er seinen emiratischen Amtskollegen Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan. Dabei besprachen die Politiker auch Israels Konflikt mit den Palästinensern. Bei einer anschließenden Pressekonferenz sagte Lapid, die VAE würden gerne positiven Einfluss auf die Situation ausüben, doch „die Palästinenser müssen zuerst selbst Fortschritt wollen, bevor ihnen jemand helfen kann.“ Das sei zurzeit aber nicht der Fall. An die palästinensische Führung gerichtet, sagte er: „Wenn ihr Hilfe wollt, dann feuert keine 4.000 Raketen auf Israel. So einfach ist das.“

Israel: Erste Frauen-Panzerkompanie

An der israelisch-ägyptischen Grenze wird in den nächsten Wochen die erste allein aus Frauen bestehende Panzerkompanie stationiert werden. Die Soldatinnen werden dem aus Männern und Frauen bestehenden Caracal-Bataillon zugeteilt, das neben drei weiteren gemischten Infanterieeinheiten Israels Grenzen mit Ägypten und Jordanien schützt. Immer wieder kommt es dort zu Schmuggelversuchen und Terroranschlägen, insbesondere entlang der Grenze zum Sinai, wo ein Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat operiert. Die Soldatinnen werden vollausgerüstete Merkava-IV-Kampfpanzer bedienen, mit allen neuesten technischen Ausstattungen. „Sie erhalten ‚richtige‘ Panzer“, betonte Oberstleutnant Erez Schabtai, Caracal-Kommandeur. Im Gegensatz zur beweglichen Infanterie, die im Kriegsfall weit in Feindesland vorstoßen würde, handelt es sich beim Caracal-Bataillon sowie den drei anderen gemischten Bataillonen um sog. leichte Infanterie, die sich vorwiegend auf israelischem Gebiet aufhält. Soldaten dieser Einheiten müssen daher nicht dieselben körperlichen Anforderungen erfüllen, wie ihre Kameraden von der schwerer bewaffneten, beweglichen Infanterie.

Anschlag auf Soldatin im Jordantal

Eine israelische Soldatin ist am heutigen Donnerstag bei einem Anschlag im Jordantal von einem palästinensischen Terroristen mit einem Messer leicht verletzt worden. Bei dem Angriff konnte der Terrorist der Soldatin auch das Gewehr entreißen. Er wurde später von israelischen Sicherheitskräften gefasst. Die Waffe wurde sichergestellt. Seit dem Hamas-Raketenkrieg im Mai ist ein rapider Anstieg an Anschlägen und Anschlagsversuchen durch Palästinenser im Westjordanland (Judäa und Samaria) festzustellen. Am Freitag verhinderten Sicherheitskräfte, dass ein mit einem Messer bewaffneter Terrorist in der jüdischen Ortschaft Jitzhar einen Anschlag verüben könnte.

Israel: Gaza-Wiederaufbau erst nach Freilassung von Geiseln

Israel macht die Freilassung der vier Israelis, die sich in der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Hamas befinden, zur Bedingung für den Wiederaufbau des Gazastreifens und humanitäre Hilfslieferungen. „Alle Pläne, Gaza wiederaufzubauen, müssen die Rückkehr unserer Jungs beinhalten“, sagte Gilad Erdan, Israels Botschafter in den USA und bei den Vereinten Nationen. Neben den Leichnamen der im Gazakrieg 2014 getöteten Soldaten Oron Shaul und Hadar Goldin werden seit 2015 der äthiopisch-jüdische Avera Mengistu und der Beduine Hisham al-Sayed als Geiseln festgehalten. Israel hat seine Forderung bereits durch ägyptische Unterhändler der Hamas mitteilen lassen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Hamas der Ansicht ist, mehr als humanitäre Hilfe im Austausch gegen die vier Israelis bekommen zu können. 2011 hatte Israel über 1.000 palästinensische Terroristen im Austausch gegen den gefangenen Soldaten Gilad Schalit freigelassen. Auch die US-Regierung lehnt diese Bedingung ab. Westlichen Diplomaten zufolge ist sie besorgt, ein Scheitern der Verhandlungen könnte zu erneuten Kampfhandlungen führen. Da Israel mehrere Grenzübergänge in den Gazastreifen kontrolliert, ist die Zustimmung des jüdischen Staates für viele Wiederaufbauprojekte notwendig. Andernfalls müsste Ägypten zustimmen, dass allein seine Grenzübergänge für Materiallieferungen genutzt werden.

Mexiko: Erste orthodox-jüdische Ortschaft gegründet

Ende Juni ist in Mexiko der Grundstein für die erste ultraorthodox-jüdische Ortschaft im Land gelegt worden. Ciudad de la Tora (Stadt der Thora), rund 120 km südwestlich von Mexiko-Stadt gelegen, soll bis 2024 das neue Zuhause von 120 ultraorthodoxen Familien aus ganz Lateinamerika werden. Die ersten 40 Häuser wurden von Familien aus Mexiko, Argentinien und Venezuela gekauft. Gründe für die Errichtung der ausschließlich ultraorthodoxen Stadt sind u.a. die hohen Immobilienpreise in Mexikos Hauptstadt und der wachsende Antisemitismus. Viele Familien berichten, ihre Kinder hätten Angst, ihre Häuser zu verlassen. In Ciudad de la Tora wird es eine Jeschiwa (Talmud-Schule), Synagogen und Schulen für aschkenasische und sephardische Juden geben. In Lateinamerika leben Schätzungen zufolge rund 320.000 Juden und weitere 280.000 Nichtjuden mit mindestens einem jüdischen Großelternteil. Die größte jüdische Gemeinde gibt es in Argentinien, rund 40.000 Juden leben in Mexiko. Ähnliche Städte wie Ciudad de la Tora gibt es bereits in den USA, z.B. Lakewood (New Jersey) und Palm Tree (New York).


 

Share this: