Syrische Grenze: Kämpfer dringen in Golanhöhen ein

ICEJ-Nachrichten vom 04. August 2020

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Posted on: 
4 Aug 2020
Syrische Grenze: Kämpfer dringen in Golanhöhen ein

Vier bewaffnete Kämpfer sind am Sonntagabend über die syrische Grenze in die israelischen Golanhöhen eingedrungen. In einem verlassenen Posten der israelischen Armee brachten sie mehrere Sprengsätze an. Soldaten einer israelischen Spezialeinheit schossen auf die Männer und töteten sie. Am Montag wurden auf offenem Gelände eine Waffe und weitere Sprengsätze sichergestellt. Noch sei unklar, welcher Armee oder welcher Terrororganisation die Kämpfer angehört hatten, erklärte Armeesprecher Hidai Zilberman. Ob der Anschlag mit der andauernden Anspannung zwischen Israel und der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah in Verbindung steht, konnte die israelische Armee noch nicht bestätigen. Vergangene Woche waren Hisbollah-Kämpfer aus dem Libanon in die Golanhöhen eingedrungen. Nachdem die israelische Armee auf sie geschossen hatte, zogen sie sich wieder zurück. Bei einem Treffen mit dem Kommandeur der auf den Golanhöhen stationierten UN-Friedenstruppen (UNDOF) am Montag bekräftigten israelische Offiziere, die israelische Armee werde „nicht erlauben, dass die Souveränität Israels und die Sicherheit seiner Einwohner gefährdet wird.“ Am Montagabend bombardierte die israelische Luftwaffe Stellungen der syrischen Armee nahe Damaskus, darunter Beobachtungsposten, nachrichtendienstliche Anlagen und Luftabwehrgeschütze. Israel erklärte, es betrachte „das syrische Regime als verantwortlich für alle Aktivitäten, die innerhalb seines Territoriums geschehen.“

Foto: IDF, Kämpfer aus Syrien dringen in die Golanhöhen ein, 02.08.2020

Bei einem weiteren Luftangriff am Montagmorgen sind im Osten Syriens Beobachtern zufolge 15 pro-iranische Kämpfer getötet worden. Meldungen, die diesen Angriff der israelischen Luftwaffe zuschrieben, wurden von israelischer Seite nicht kommentiert.

 

Israel: Corona-Neuinfektionen stabilisiert, Grenzöffnung möglich

In Israel hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus stabilisiert. Das sagte Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag. Er warnte jedoch vor einer steigenden Sterberate. Aktuell sind 349 Israelis schwer erkrankt, rund 100 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten auf rund 75.000, davon sind ca. 25.000 aktive Fälle. 554 Menschen sind an Covid-19 gestorben, etwa 200 von ihnen allein im letzten Monat. Ende Juli hatte die israelische Regierung Prof. Ronni Gamzu, Direktor des Ichilov-Krankenhauses in Tel Aviv, mit der Koordination der Anti-Corona-Maßnahmen beauftragt. Gamzu versprach, künftige Maßnahmen würden einheitlicher und verständlicher sein, nachdem in der Öffentlichkeit die Kritik an scheinbar widersprüchlichen Verordnungen zugenommen hatte. Die Regierung müsse das Vertrauen der Bevölkerung wieder zurückgewinnen, sagte er. Neben der Bedrohung für die Gesundheit durch das Coronavirus stelle das „sozioökonomische Trauma“ eine größere Gefahr für Israel dar. Die neuen Maßnahmen sollen die Infektionsrate verlangsamen, ohne die Wirtschaft zu sehr zu beeinträchtigen, erklärte er. Medienberichten zufolge erwägt die israelische Regierung, ab dem 16. August die Grenzen für den internationalen Flugverkehr wieder zu öffnen. Reisende aus Ländern mit einer niedrigen Infektionsrate, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, würden demnach einreisen dürfen, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen.

 

Gaza: Terroristen feuern Rakete auf Israel

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am Sonntagabend eine Rakete auf Südisrael abgefeuert. Sie wurde von dem israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eiserne Kuppel“) abgefangen. Herunterstürzende Trümmerteile richteten in der Stadt Sderot Sachschaden an. Es gab keine Verletzten. Aufgrund des durch die Rakete ausgelösten Luftalarms mussten zehntausende Bewohner der im Grenzgebiet zum Gazastreifen liegenden Ortschaften Luftschutzbunker aufsuchen. Die israelische Luftwaffe griff wenige Stunden später Stellungen der Hamas an, unter anderem eine Zementfabrik, die für den Bau von unterirdischen Anlagen der Terrororganisation eingesetzt worden sein soll.

 

Südafrika: Oberster Richter verteidigt „Liebe zu Israel“

Mogoeng Mogoeng, Vorsitzender Richter des Verfassungsgerichts Südafrikas, hat vergangene Woche erklärt, es sei seine „biblische Pflicht für den Frieden Jerusalems zu beten“. Damit reagierte Mogoeng auf Kritik von Politikern, Parteien und Organisationen, die ihm vorwarfen, er habe seine Neutralität verletzt und unterstütze „Menschenrechtsverletzungen“ durch Israel. Mogoeng hatte während eines Online-Seminars im Juni gesagt, als Christ müsse er Israel lieben und für Israel beten, „denn Hass auf Israel, meinerseits und seitens meiner Nation, wird nur Flüche auf unsere Nation bringen.“ Zudem hatte er die Haltung der südafrikanischen Regierung im Nahost-Konflikt bedauert. Südafrika verspiele damit eine „wunderbare Gelegenheit“, eine Vermittlerrolle einzunehmen. Nach Bekanntwerden seiner Äußerungen legte die Organisation Africa4Palestine („Afrika für Palästina“) bei der südafrikanischen Justizaufsichtsbehörde Beschwerde ein. Mogoeng habe gegen ethische Verhaltensstandards für die Justiz verstoßen, indem er sich in eine politische Debatte eingemischt habe, argumentierte sie. Mogoeng hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Als Richter dürfe er außenpolitische Angelegenheiten kommentieren. Außerdem habe er seine persönliche Meinung als Christ ausgedrückt. Er liebe Israel, aber auch die Palästinenser, erklärte er.


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