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Terroristen feuern mehr als 200 Raketen auf Israel

ICEJ-Kurznachrichten vom 09. August 2018

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Posted on: 
9 Aug 2018 (All day)
Terroristen feuern mehr als 200 Raketen auf Israel

Seit Mittwochabend haben Terroristen aus dem von der islamistischen Terrororganisation Hamas regierten Gazastreifen bisher mehr als 200 Mörsergranaten und Raketen auf Südisrael abgefeuert. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) fing rund 30 Raketen ab, die meisten anderen Raketen landeten auf freiem Feld. Doch es gab auch einige Einschläge in bewohnten Gebieten. So wurden u.a. ein Kindergarten und mehrere Wohnhäuser und Autos in Sderot beschädigt. In Israel wurden rund zwei Dutzend Menschen verletzt oder erlitten Traumata. Eine thailändische Arbeiterin wurde am Donnerstagmorgen durch Raketensplitter schwer verletzt. Am Mittwochabend waren drei Israelis verletzt worden, acht erlitten einen Schock, darunter zwei schwangere Frauen, bei denen die Wehen einsetzten. Die ganze Nacht und auch während des Tages erklang immer wieder Raketenalarm und veranlasste tausende israelische Bewohner der Region rund um den Gazastreifen, Zuflucht in Bunkern und Schutzräumen zu suchen.

In Israel tagte das Sicherheitskabinett von Premierminister Benjamin Netanjahu und beriet über die Lage im Gaza-Grenzgebiet. Aufgrund der Raketenbedrohung wurden einige Straßen in Israel gesperrt, Zugverbindungen gekürzt, landwirtschaftliche Arbeit verboten sowie Tagesaktivitäten in Sommerlagern abgesagt. Nikolaj Mladenow, UN-Sondergesandter für den Friedensprozess Nahen Osten, der sich derzeit gemeinsam mit Ägypten um die Aushandlung einer fünfjährigen Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel bemüht, zeigte sich besorgt über die „Eskalation der Gewalt zwischen Gaza und Israel, besonders über den vielfachen Raketenabschuss auf Ortschaften in Südisrael.“

 

Israel reagiert auf massiven Raketenbeschuss aus Gaza

Die israelische Armee hat am heutigen Donnerstag mit Luftschlägen auf rund 150 Terrorstützpunkte der Hamas im Gazastreifen auf den massiven Raketenbeschuss reagiert. Unter anderem wurden Raketenabschussrampen, Terrortunnel, Waffen- und Raketenlager sowie fünf Trainingsstätten der Terrororganisation getroffen. Nach palästinensischen Angaben sollen drei Palästinenser getötet worden sein, darunter eine schwangere Frau und ihre 18 Monate alte Tochter, sechs weitere Palästinenser wurden verletzt. Die Hamas erklärte, die Raketenangriffe seien als Vergeltung erfolgt, da israelische Soldaten am Dienstag zwei Hamas-Scharfschützen getötet hatten. Israelische Medien berichteten später, die Schüsse der Scharfschützen seien Teil einer Übung und nicht gegen Israel gerichtet gewesen. Ein israelischer Militärsprecher erklärte, die Hamas-Aktivisten hätten nichtsdestotrotz allgemein Richtung Israel geschossen.

 

Israel bereit für Dreifrontenkrieg

Der israelische Generalstabschef, Generalleutnant Gadi Eisenkot, hat dem Knesset-Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung am Mittwoch mitgeteilt, dass die israelische Armee für einen Dreifrontenkrieg einsatzbreit wäre, sollte es nötig sein. „Die Armee ist besser vorbereitet als in den letzten 20 Jahren“, erklärte Eisenkot. Israels großer Vorsprung gegenüber seinen Feinden beruhe auf den „operativen, geheimdienstlichen und technologischen Fähigkeiten“ der Armee. Diese werde so eingesetzt, wie sie gebraucht wird, versicherte Eisenkot. Die Verteidigungsbereitschaft der israelischen Armee befinde sich auf einem guten Niveau, um ihre Aufgabe umzusetzen, das Land zu verteidigen und zu gewinnen. Unter anderem wurden die Wehrübungen intensiviert. Demnach sind jeweils zwei Drittel der Armee im Einsatz, während das verbleibende Drittel trainiere.

 

Kolumbien überdenkt Anerkennung „Palästinas”

Die kolumbianische Regierung hat erklärt, sie werde die Anerkennung „Palästinas durch den abgewählten Präsidenten Juan Manuel Santos überdenken. Am Dienstag übernahm Ivan Duque das Präsidentenamt in Kolumbien. Sein Vorgänger hatte in den letzten Tagen seiner Amtszeit in einem Brief an den palästinensischen Vertreter in Kolumbien einen Palästinenserstaat als „freien, unabhängigen und souveränen Staat“ anerkannt. „Ebenso wie die Palästinenser ein Recht haben, einen unabhängigen Staat zu gründen, hat Israel das Recht, im Frieden Seite an Seite mit seinen Nachbarn zu leben“, hieß es in dem Brief. Die Palästinenser fordern einen eigenen Staat im Westjordanland, Ostjerusalem und Gaza in den sogenannten „Grenzen von 1967“ (Waffenstillstandslinien von 1949). Im Dezember 2017 enthielt sich Kolumbien bei der UN-Abstimmung, die forderte, dass die USA ihre Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zurücknehmen sollten.

 

Israelin holt Gold bei Leichtathletik-Europameisterschaften

Die Israelin Lonah Chemtai Salpeter hat am Mittwoch bei den diesjährigen Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin im Langstreckenlauf der Frauen über 10.000 Meter mit einer Zeit von 31 Minuten und 43,29 Sekunden die Goldmedaille gewonnen. „Ich kann es immer noch nicht glauben“, sagte sie nach ihrem Sieg. „Das bedeutet sehr viel, es ist eine Ehre für mein Land. Ich bin sehr glücklich. Ich habe davon geträumt, aber nicht geglaubt, dass es passieren würde.“ Salpeter, die dieses Jahr die europäische Bestenliste anführt, wurde in Kenia geboren und lebt seit zehn Jahren in Israel. 2014 heiratete sie ihren israelischen Lauftrainer Dan Salpeter und erhielt im März 2016 die israelische Staatsbürgerschaft. Sie holte das erste EM-Gold für eine Frau in der Geschichte Israels.

 

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