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Ukraine-Krise: Wird Israel Juden evakuieren?

ICEJ-Nachrichten vom 25. Januar 2022

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Posted on: 
25 Jan 2022
Ukraine-Krise: Wird Israel Juden evakuieren?

Israel hat seine Pläne für eine mögliche Massenevakuierung von Juden aus der Ukraine aktualisiert. Vertreter verschiedener Ministerien, u.a. des Außen- sowie des Verteidigungsministeriums, haben am Sonntag gemeinsam mit dem Büro des Premierministers, des Nationalen Sicherheitsberaters und der Jewish Agency, Israels Einwanderungsbehörde, über die sich zuspitzende Krise in der Ukraine beraten. Bisher soll kein Anstieg an Einwanderungsanträgen verzeichnet worden sein. Es wird jedoch vermutet, dass bei einem möglichen militärischen Konflikt mit Russland tausende ukrainische Juden in Israel Zuflucht suchen würden. In der Ostukraine leben Schätzungen zufolge 75.000 Personen, die entsprechend des Rückkehrgesetzes die israelische Staatsbürgerschaft beantragen könnten. Israel verfügt seit Ende der 1980er Jahre über Pläne zur Evakuierung von Juden aus verschiedenen Ländern – für den Fall, dass dies notwendig werden sollte. Medienberichten zufolge stehen Israel sowie jüdische Organisationen in Kontakt mit der russischen sowie der ukrainischen Regierung. Beide Konfliktparteien wollen demnach vermeiden, dass der Eindruck entsteht, Juden seien auf ihrem Staatsgebiet nicht mehr sicher.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für die Sicherheit der Menschen in der Ukraine, insbesondere der jüdischen Bevölkerung. Beten wir, dass sie weiterhin in Sicherheit wohnen können und dass Israel in einer möglichen Notsituation schnell handeln kann.

Foto: Unsplash, Charkiw, Symbolbild

Leichte Erdbeben in Nordisrael

Nordisrael ist am Wochenende von zwei leichten Erdbeben erschüttert worden. Am Sonntagmittag ereignete sich ein Beben mit einer Stärke von 3,5 auf der Richterskala. Das Epizentrum befand sich 16 Kilometer südöstlich von Tiberias. Knapp zwölf Stunden zuvor wurde ein Beben der Stärke 3,7 gemessen. Das Epizentrum des ersten Bebens lag 19 Kilometer nordöstlich von Beit Schean. Es gab keine Verletzten. In Tiberias untersuchte das Heimatfrontkommando der israelischen Armee rund 60 Gebäude, die möglicherweise beschädigt wurden. Bisher ist unklar, ob es sich bei den beiden Beben um Einzelfälle handelt oder ob sie die Vorläufer eines möglichen schweren Erdbebens sein könnten. Israel grenzt an den Jordangraben - ein Riss in der Erdkruste und Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs. Entlang des Grabens reibt die Afrikanische Platte an der Arabischen Platte und macht Israel und seine Nachbarländer zu einer erdbebengefährdeten Region. 1927 kam es zum letzten größeren Erdbeben, das eine Stärke von 6,2 hatte. Damals kamen in Jerusalem, Nablus, Tiberias und anderen Städten bis zu 500 Menschen ums Leben, rund 700 wurden verletzt. Seismologen gehen davon aus, dass die Region alle 100 Jahre von schweren Erdbeben erschüttert wird. Einem Bericht des staatlichen Rechnungsprüfers von 2018 zufolge ist Israel schlecht auf ein schweres Erdbeben vorbereitet. Mitte Januar kam es rund 48 Kilometer vor der Küste Zyperns zu einem Erdbeben der Stärke 6,6. Die Auswirkungen waren u.a. auch in Israel zu spüren.

Israel reagiert auf Angriff auf Palästinenser

Israel hat mit der Anordnung, den „Außenposten“ Givat Ronen abzureißen, auf gewalttätige Angriffe auf Palästinenser reagiert. Die Bewohner von Givat Ronen in Judäa und Samaria (Westjordanland) haben drei Tage Zeit, die nicht genehmigte Ortschaft zu räumen, bevor sie niedergerissen wird. Am Freitag hatten Israelis zahlreiche Palästinenser und linke israelische Aktivisten nahe des Dorfes Burin, südlich von Nablus, angegriffen und dabei mindestens sechs Personen verletzt. Die meisten der Angreifer sollen aus Givat Ronen stammen. Omer Barlev, Minister für öffentliche Sicherheit, bezeichnete den Angriff als „die organisierte Handlung einer Terror-Gruppe“. Israels Inlandsgeheimdienst unterstützt die polizeilichen Ermittlungen. Es wird vermutet, dass der Angriff geplant gewesen sei. Barlev räumte ein, möglicherweise handle es sich bei einigen der Angreifer um „von anderswo Angereiste“. Der Jescha-Rat, die politische Dachorganisation für die Selbstverwaltung jüdischer Ortschaften in Judäa und Samaria, sowie Politiker des gesamten politischen Spektrums verurteilten die Angriffe. Anders als große Teile der Weltöffentlichkeit, die alle jüdischen Ortschaften in Judäa und Samaria als „illegal“ betrachten, unterscheidet Israel zwischen Ortschaften, die mit Genehmigung des Verteidigungsministeriums auf staatlichem Land gebaut wurden, und solchen wie Givat Ronen, die ohne eine solche Genehmigung errichtet wurden.

Israel kauft deutsche U-Boote

Israels Verteidigungsministerium hat am Donnerstag die Rahmenbedingungen für den Kauf von drei U-Booten der thyssenkrupp Marine Systems (Kiel) unterzeichnet. Die Kosten werden auf rund drei Milliarden Euro geschätzt und wären damit doppelt so hoch wie zuvor angenommen. Die deutsche Bundesregierung hat zugesagt, ein Drittel der Kosten zu übernehmen. Das erste U-Boot soll in neun Jahren ausgeliefert werden. Die neue „Dakar“-Klasse wird speziell auf die Bedürfnisse der israelischen Marine zugeschnitten sein. „Mit der neuen U-Boot-Klasse wird Israel mit innovativer Spitzentechnologie ausgestattet. Diese Vereinbarung zeigt das große Engagement von thyssenkrupp Marine Systems, die Sicherheit Israels langfristig zu gewährleisten“, sagte Dr. Rolf Wirtz, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Es wird vermutet, dass die U-Boote über 16 multifunktionelle Torpedorohre verfügen werden. Außerdem können sie mit nuklear bestückten Langstrecken-Marschflugkörpernausgestattet werden und würden somit, im Falle eines atomaren Angriffs, Israels Zweitschlagfähigkeit gewährleisten. Diese gilt als wichtige Abschreckung gegen einen Atomangriff (den Erstschlag). Der Name der „Dakar“-Klasse geht auf das gleichnamige israelische U-Boot zurück, das 1968 mit 69 Besatzungsmitgliedern an Bord unter bis heute ungeklärten Umständen sank. Am Donnerstag unterzeichnete Israel auch ein Abkommen mit dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium über Investitionen in Höhe von 850 Millionen Euroin die israelische Rüstungsindustrie sowie andere Industriezweige.

Libyen: Geheime Gespräche mit Israel

David Barnea, Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, soll sich vor kurzem mit dem libyschen Premierminister Abdulhamid Dbeiba in Jordanien getroffen haben. Dabei soll es um eine Normalisierung der Beziehungen sowie um Sicherheitskooperationen gegangen sein. Das berichteten saudische und libysche Medien Mitte Januar. Das Büro des libyschen Premierministers, dessen Regierung der Nationalen Übereinkunft Westlibyen und die Hauptstadt Tripoli kontrolliert, dementierte die Meldungen. Im November berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz, der Sohn des libyschen Generals Khalifa Haftar, der Ostlibyen kontrolliert, habe sich in Israel zu Besprechungen hinsichtlich einer Normalisierung aufgehalten. Der Mossad soll seit einigen Jahren wiederholt Kontakt zu libyschen Führern gehabt haben. Angesichts der politisch instabilen Situation in dem nordafrikanischen Land ist es jedoch fraglich, inwieweit es zu einem Normalisierungsabkommen mit Israel kommen könnte.


 

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