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Wahlen in Israel am Dienstag, 9. April

ICEJ-Kurznachrichten vom 8. April 2019

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Posted on: 
8 Apr 2019 (All day)
Wahlen in Israel am Dienstag, 9. April

Am morgigen Dienstag finden in Israel von 8.00 bis 20.00 Uhr Ortszeit die Wahlen zur 21. Knesset, dem israelischen Parlament, statt. Bereits am Samstagabend, 72 Stunden vor Öffnung der öffentlichen Wahllokale, durften israelische Soldaten auf ihren Stützpunkten ihre Stimmen abgeben. Die Ergebnisse der letzten Umfragen vor der Wahl, die am Freitag veröffentlicht wurden, deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud-Partei) und der Wahlliste „Blau-Weiß“ von seinen Herausforderern Benny Gantz (Widerstandskraft für Israel) und Jair Lapid (Zukunftspartei) hin. (Foto: IDF)

GEBETSANLIEGEN:
Bitte beten Sie mit uns für einen friedlichen Wahltag am Dienstag, 9. April 2019, um Schutz vor Terrorangriffen in ganz Israel, Ruhe an den Grenzen, um Weisheit für die israelischen Sicherheitskräfte und dass nach der Wahl eine stabile Regierung gebildet werden kann. Beten wir, dass gottesfürchtige Politiker in die richtigen Positionen gelangen, um dazu beizutragen, diese Nation in eine gute Richtung voranzubringen.

 

Wahlen in Israel: Enges Rennen für Netanjahu

Analyse von David Parsons, ICEJ-Sprecher und Vizepräsident

Nachdem er mehrere Krisen innerhalb seiner Regierungskoalition überstanden hatte, beschloss Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im Dezember, die Regierung aufzulösen und für den 9. April 2019 Neuwahlen festzusetzen. Offizieller Grund für die Neuwahlen war der Stillstand bei den Verhandlungen über eine Einigung in der heiklen Frage des verpflichtenden Militärdienstes für ultraorthodoxe Juden. Doch das war nur der letzte Auslöser: Netanjahus zerbrechliche Koalition bestand nur noch aus 61 Mitgliedern. Die Regierung hatte nur noch eine Stimme Mehrheit in der Knesset, dem israelischen Parlament, mit 120 Sitzen. Dies machte Netanjahu zu abhängig von den Launen jedes Knesset-Mitglieds, da ein einziger Abtrünniger die Mehrheit gefährden konnte. Netanjahu wurde außerdem von mehreren Korruptionsvorwürfen behindert und rechnete sich anscheinend aus, dass es das Beste wäre, ein neues Regierungsmandat von der Bevölkerung zu bekommen, ehe er sich den wachsenden Skandalen stellen müsste. ...

Knappes Wahlergebnis erwartet
Das Wahlergebnis könnte am Ende sehr knapp ausfallen, da einige der kleineren Rechtsparteien an der 3,25-Prozent-Hürde scheitern könnten, die in Israel für den Einzug in die Knesset gilt. Politik-Analysten versuchen herauszufinden, welche Partei schließlich die Rolle des „Königsmachers“ spielen könnte. Dies scheint der ehemalige Likud-Politiker und libertäre Zehut-Kandidat Mosche Feiglin zu sein. Seine Umfragewerte sind gut und er hat bereits angekündigt, er könne entweder einer von Netanjahu oder einer von Gantz geführten Regierung beitreten. Bisher sind nur zwei Mal ehemalige Generalstabschefs der israelischen Armee Premierminister geworden – Jitzchak Rabin und Ehud Barak. Sollte Gantz Erfolg haben, wäre dies ein politisches Erdbeben, nachdem Netanjahu über ein Jahrzehnt lang die Schalthebel der Macht in Israel in den Händen hielt. Falls Gantz und Lapid keinen Erfolg haben, steht Netanjahu kurz davor, den Status einer Legende zu erreichen, auch wenn seine rechtlichen Probleme gerade erst beginnen.

Die vollständige Analyse von David Parsons, ICEJ-Sprecher und Vizepräsident, gibt es auf www.icej.de

 

Bibel-Block: Juden und Christen kandidieren für Knesset

Mit der Partei Gusch HaTanachi (Bibel-Block) werden bei den Knesset-Wahlen in Israel am Dienstag erstmals in der Geschichte des Landes messianische und orthodoxe Juden sowie Christen gemeinsam zu einer Wahl antreten. David Friedman ist der erste messianische Jude, der für das israelische Parlament kandidiert. Die Partei stellt zudem einen arabischen Christen, konservative Juden und eine holländische Christin, die mit einem messianischen Juden verheiratet ist, auf. „Wir werden dafür eintreten, dass jeder Israeli die Chance hat, gehört zu werden, einschließlich messianische Juden und Araber“, sagte Friedman. „Wenn unsere Partei gewählt wird, werden wir uns für das Recht messianischer Juden einsetzen, dass sie in Israel anerkannt werden und ihre Grundrechte schützen, wie für alle guten Bürger.“ Messianische Juden erfahren traditionell starken Widerstand von der religiösen Mehrheit in Israel. Friedman erklärte, dass er als Knesset-Kandidat keine großen Probleme habe: „Messianische Juden werden in unserer Gesellschaft mehr und mehr akzeptiert.“ Der Parteivorsitzende Avi Lipkin, ein orthodoxer Jude, fördert seit gut 20 Jahren Beziehungen zwischen Juden und Christen und fordert Christen auf, zu Israel zu stehen, berichtete das messianische Nachrichtenportal Kehila News Israel Mitte März.

Die Chancen des Bibel-Blocks, genügend Stimmen zu erhalten, um die 3,25-Prozent-Hürde zu meistern, sind relativ gering. Die Partei fördert die Alijah (Einwanderung nach Israel), nimmt eine kompromisslose Haltung in Sicherheitsfragen ein, will gegen Abtreibung vorgehen und das Gesundheitssystem in Israel verbessern.

 

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