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„Ihr Christen lasst Träume wahr werden!“

Alijah aus Russland

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Posted on: 
4 Dez 2020
„Ihr Christen lasst Träume wahr werden!“

Zahlreiche Juden aus der ehemaligen Sowjetunion planten dieses Jahr, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen. Überrascht von der Corona-Krise und den folgenden Grenzschließungen gerieten sie in eine prekäre Lage: viele hatten bereits ihre Arbeit und ihre Wohnungen gekündigt. Dank der Unterstützung von Christen weltweit konnte die ICEJ, gemeinsam mit der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), mehr als 1.100 russischsprachige Juden mit Evakuierungsflügen nach Israel bringen. Die Neueinwanderer sind voller Dankbarkeit und haben beeindruckende Geschichten zu erzählen.

Foto: ICEJ, Das Team der ICEJ-Sozialabteilung besuchen Sergei, Tatjana und ihre Töchter

Sehnsucht nach Israel

„Ich bin Jüdin!“ Das war Leras Reaktion, als sie im Alter von 13 Jahren ein Sommercamp der Jewish Agency in Russland besuchte. Dort lernte sie jüdische Kultur und Geschichte kennen und verstand zum ersten Mal, dass sie Teil des jüdischen Volkes war. Jahrelang träumte sie von Israel, auch nach ihrer Heirat mit Ivan. „Ich wollte unbedingt nach Israel auswandern, aber mein Mann wollte nichts davon hören.“ Mit 29 Jahren reiste Lera für vier Monate nach Israel. „Ich hatte eine so tiefe Liebe zu diesem Land und wollte gerne dauerhaft dort leben. Es fiel mir sehr schwer, meine kleinen Kinder und Ivan zurückzulassen, aber ich musste ihm zeigen, dass es mir mit meinem Wunsch, Alijah zu machen, ernst war“, erklärte sie. In Israel machte Lera eine Ausbildung zum Life-Coach. Als ihr neuer Beruf in Moskau auf gute Resonanz stieß, begann Ivan seine Meinung zu ändern. Dennoch lehnte er es weiterhin hab, seine Karriere aufzugeben und nach Israel zu ziehen.

Neues Leben durch die Krise

Während des Corona-bedingten Lockdowns nutzte die Familie die gemeinsame Zeit, um Konflikte zu besprechen und zu lösen. Ivan arbeitete von Zuhause aus und stellte fest, dass er auf der ganzen Welt arbeiten könnte, ohne seine Karriere aufzugeben. Schließlich willigte er ein, Alijah zu machen. „Das hebräische Wort für Krise, mashber, wird auch im Kontext einer Geburt verwendet. In diesem Sinne entsteht aus einer Krise heraus neues Leben“, erklärte Lera. Ihr und ihrer Familie hat die Corona-Krise ein neues Leben in Israel ermöglicht.

Freudige Zukunft

Endlich in Israel angekommen, können Leras Kinder das Ende der Quarantäne kaum abwarten. „Sobald es geht, möchte ich im Meer baden“, freut sich ihr Fünfjähriger. Er möchte auf Rollerskates die Strandpromenade erkunden. Auch sein großer Bruder (9) und seine kleine Schwester, die bald ihren ersten Geburtstag feiert, freuen sich. Und Lera ist dankbar, den Traum ihres Großvaters zu erfüllen. Er starb, als sie vor rund 20 Jahren das Sommercamp der Jewish Agency besuchte. „Lieber Opa, du hattest nie die Möglichkeit, Schabbat-Lieder zu singen. Jetzt bin ich in dem Land, von dem du geträumt hast, und ich werde sie für dich singen.“

Suche nach Identität

In Ekaterinas Familie war ihre jüdische Abstammung zur Zeit des Kommunismus ein Tabuthema. Sie wuchs ohne Verbindung zu ihren jüdischen Wurzeln auf. Das änderte sich mit der Geburt ihrer Tochter. „In dieser Zeit las ich viele Bücher über Kindererziehung“, berichtete sie. „Ich stellte fest, dass viele Autoren, die über verantwortungsvolle Elternschaft schrieben, Juden waren.“ Ekaterina begann, über ihre jüdische Identität nachzudenken. Sie schloss sich der jüdischen Gemeinde in Moskau an und fasste den Entschluss, Alijah zu machen.

Herausforderungen und Hoffnung

Es war eine besondere Herausforderung, die nötigen Familiendokumente, die ihre jüdische Abstammung belegen, zusammenzutragen. „Als die Corona-Krise ausbrach, wurde es noch verrückter“, erinnerte sich Ekaterina. Doch mithilfe der Jewish Agency erhielt sie schließlich die Genehmigung für ihre Alijah. In Israel angekommen freut sich die Familie darauf, ihr neues Leben zu beginnen. „Wir wissen, dass unsere Tochter hier glücklich sein wird, denn Israel ist eine fortschrittliche Gesellschaft und Frauen können hier auf jedem Gebiet Erfolg haben.“

Alijah in letzter Minute

Vor elf Jahren erfuhr Sergei, damals 29 Jahre alt, dass er als Jude Alijah machen darf. Er begann, die nötigen Unterlagen zusammenzusuchen. „Dann lernte ich Tatjana kennen. Unsere älteste Tochter wurde geboren, dann unsere zweite. Schließlich begann ein neuer Lebensabschnitt mit seinen eigenen, alltäglichen Herausforderungen”, erinnerte er sich. Dennoch bereitete die Familie nach und nach ihre Alijah vor. Doch dann kam die Corona-Krise. Tatjana, schwanger mit Zwillingen, war verzweifelt. „Ich hatte gehofft, meine Söhne in Israel auf die Welt zu bringen.“ Ihr Flug wurde jedoch mehrmals verschoben und bald würde sie nicht mehr fliegen dürfen. Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist das Fliegen ab der 32. Woche nicht mehr erlaubt. „Doch dann teilte man uns mit, dass wir am 12. Mai fliegen werden. Das war der letzte Tag, an dem ich noch fliegen durfte“, erzählte sie. Innerhalb von vier Tagen packte die Familie und traf die letzten Vorbereitungen für ihr neues Leben in Israel.

Voller Dankbarkeit

Als Sergei, Tatjana und ihre beiden Töchter endlich die zweiwöchige Quarantäne verlassen dürfen, stattet das Team der ICEJ-Sozialabteilung ihnen einen Besuch ab. Als Überraschung für die Kinder bringen sie einen Scooter, ein Fahrrad und einen Zwillings-Kinderwagen mit. Die Älteste hatte ihren Scooter am Flughafen in Moskau zurücklassen müssen! „Der Ruf, nach Israel zu kommen, war in unserem Blut“, erklärte Sergei. „Hier fühlen wir uns zu Hause. Es ist ein sicherer Ort für unsere Kinder.“ Sergei und Tatjana sind sehr dankbar für die Unterstützung der ICEJ und von Christen auf der ganzen Welt: „Ihr lasst die Träume anderer Menschen wahr werden! Vielen Dank für eure Hilfe!“

Vielen Dank an alle Unterstützer, die dazu beigetragen haben, Juden inmitten der Krise zurück nach Israel zu bringen. Bitte helfen Sie uns, weiterhin jüdische Familien in ihre Heimat zu bringen! Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben.

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