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Begegnungsabend mit Holocaust-Überlebenden aus Israel in Berlin

Zu Gast bei der "Gemeinde auf dem Weg"

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Posted on: 
1 Nov 2017 (All day)
Begegnungsabend mit Holocaust-Überlebenden aus Israel in Berlin

© Foto: ICEJ, Erika Teller erzählt ihre Geschichte.

 

Am Mittwochabend sind zwölf Holocaust-Überlebende aus Israel für einen besonderen Begegnungsabend in der „Gemeinde auf dem Weg“ in Berlin zu Gast gewesen. Die Pastoren Fabian Heinze und Dr. Wolfhard Margies, Gründer der Gemeinde auf dem Weg, begrüßten die rund 600 Teilnehmer und besonders die israelischen Ehrengäste sehr herzlich. Diese besuchen derzeit mit der israelischen Holocaust-Überlebenden Erika Teller, vielen aus der Fernsehsendung „Von Theresienstadt nach Yad Vashem“ (www.faszinationisrael.de) bekannt, Deutschland. Die Reise wird von einem Israel-Freundeskreis aus Lüdenscheid organisiert und von der ICEJ mitgetragen.

Dankbarkeit und Zukunft

„Wir haben eine leidvolle Vergangenheit, die uns verbindet“, sagte Pastor Margies. „Doch ich bin dankbar und erstaunt, wie es möglich ist, dass ihr mit Liebe und Freundlichkeit auf diejenigen zugehen könnt, die so viel Leid verursacht haben“, wandte er sich an die Gäste aus Israel. Mit Jesaja 60,4-5 und 14-15 gab er einen Ausblick auf die Verheißung Gottes an Israel, dass das jüdische Volk wieder in sein Land zurückgebracht wird und dass die Söhne ihrer Feinde ihnen dienen werden. „Ihr sollt wissen, dass ihr die Geschätzten, Gesegneten des Herrn seid. Wir können es nicht auf Knopfdruck herbeiführen, aber es wird kommen. Ihr seid uns herzlich willkommen, wir begrüßen euch als die Auserwählten des Herrn, wir sind dankbar für euch und wir lieben euch“, schloss Margies mit von Herzen kommenden Worten.

Schmerz und Hoffnung

Im Gespräch mit Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ Deutschland, erklärte Erika Teller, die Theresienstadt überlebte: „Ich möchte, dass viele Menschen, die noch am Leben sind, nicht mit Bitterkeit im Herzen sterben. Das Schlimmste war für mich als kleines Kind, immer in Angst zu leben. Am Schwersten war es, wenn meine Mutter zur Arbeit weggehen musste und ich in großer Einsamkeit und Angst zurückblieb und mich fragte, ob meine Mutter überhaupt zurückkommen würde. Es war ein großes Glück, dass meine Mutter mit mir war, und ich glaube, dass wir nur überlebt haben, weil der liebe Gott uns geholfen hat. Ich weiß nicht, was ohne diese Liebe gewesen wäre. Jahre sind vergangen und die Welt hat sich verändert.“ Auch einige der anderen 79- bis 89-jährigen Reiseteilnehmer, die alle Konzentrationslager oder Ghettos überlebt haben, erzählten von ihren Erlebnissen.

Erinnern und aktiv werden

Die bewegten Holocaust-Überlebenden bedankten sich sehr für die Einladung nach Deutschland und das warme Willkommen. Sie übergaben Pastor Margies ein Geschenk aus Israel zur Erinnerung an den besonderen Abend. In einem von allen Reiseteilnehmern unterzeichneten Brief heißt es: „Wir sind die letzten Zeugen dieser schrecklichen Jahre, die wie durch ein Wunder entkommen konnten und überlebt haben. Jeder Jude, der diese furchtbaren Jahre der Herrschaft des 3. Reiches überlebt hat, verdankt seine Rettung den Christen und anderen Menschen, die ihr eigenes Leben und das ihrer Angehörigen riskiert haben, um Juden zu retten.“ Sie seien vor allem gekommen, um „der jüngeren Generation in Deutschland die Wahrheit über die Verfolgung der Juden durch die Nazis zu sagen. Wir wünschen, dass diese Generation sich im Kampf gegen Antisemitismus einsetzt, um sicherzustellen, dass sich diese furchtbare Vergangenheit niemals wiederholen wird!“

„Wir dürfen die Geschichte nicht vergessen. Als Christen orientieren wir uns am Wort Gottes und um Zions willen werden wir nicht schweigen“, erklärte Gottfried Bühler. Er bedankte sich bei den Holocaust-Überlebenden, dass sie als Brückenbauer zwischen Deutschland und Israel zu Besuch gekommen sind. „Leider wurden in der Kirchengeschichte die Brücken zum jüdischen Volk abgebaut. Aber wir sehen, dass es immer mehr Leute auf der Welt gibt, die sich mit dem jüdischen Volk beschäftigen und verbinden lassen. Ich bin froh, dass es hier in Berlin eine solche Gemeinde gibt sagte Bühler. Er erklärte: „Wir kennen unsere Verantwortung und werden unsere Stimme für das jüdische Volk und gegen Antisemitismus erheben.“

Erika hat die ICEJ gebeten, die Trägerschaft der Reise zu übernehmen und die Flug-, Reise und Unterbringungskosten für die Senioren bereitzustellen. Sie belaufen sich auf 1300 Euro pro Person. Wir würden uns freuen, wenn Sie bei der Deckung der Reisekosten helfen! Bitte als Verwendungszweck „Gruppenbesuch Erika Teller“ angeben. Vielen Dank!

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