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Das Glück, ein Heimatland zu haben

Juden verlassen Frankreich

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Posted on: 
13 Dez 2021
Das Glück, ein Heimatland zu haben

Die jüdische Bevölkerung Frankreichs, die zweitgrößte jüdische Gemeinde außerhalb Israels, empfindet seit Generationen eine starke Verbundenheit mit der Französischen Republik und ihren freiheitlichen Werten. Doch heute kehren immer mehr von ihnen Frankreich den Rücken. Der ICEJ ist es ein Anliegen, ihre Alijah (Einwanderung nach Israel) zu unterstützen.

Foto: Unsplash, Eiffelturm in Paris, Symbolbild

Juden in Frankreich: Enttäuscht und verunsichert

In den letzten zwanzig Jahren haben von den einst rund 500.000 französischen Juden rund 62.000 das Land in Richtung Israel verlassen. Bereits mehr als 2.700 machten dieses Jahr Alijah. Sie sind enttäuscht und verunsichert angesichts eines grassierenden Antisemitismus und der empfundenen Untätigkeit von Staat und Gesellschaft.

Antisemitischen Übergriffen schutzlos ausgesetzt

Seit dem Ausbruch der Zweiten Intifada im Jahr 2000 reißen antisemitische Übergriffe in Zahl und Intensität kaum ab. Elf Juden sind seither von islamistischen Attentätern ermordet worden. Doch Anlass zur Sorge geben nicht nur die Gewalttäter selbst. Der Mord an der Rentnerin Sarah Halimi 2017 hat das Vertrauen der französischen Juden in den Staat tief erschüttert. Politik, Medien und Justiz wurde vorgeworfen, das antisemitische Motiv verschleiern und herunterspielen zu wollen, der Täter wurde für schuldunfähig erklärt, da er vor der Tat Marihuana konsumiert hatte. Viele französische Juden fühlen sich in der Französischen Republik nicht mehr willkommen.

Die Geschichte einer französischen Jüdin

So empfand es auch Rachelle* (33). Die ICEJ unterstützte ihre Alijah im Juli 2021. In Paris leitete die Künstlerin ein Theater-Ensemble. Ihr Herzensanliegen, für die Schwachen in der Gesellschaft einzutreten und Ungerechtigkeit zu bekämpfen, veranlasste sie, sich für Jesiden, die vor dem Genozid im Nahen Osten nach Frankreich geflohen waren, zu engagieren.

Seit langem schon verspürt Rachelle eine tiefe Liebe zu Israel. Sie konnte sich jedoch nie ein Herz fassen, Alijah zu machen. „Ich bin das einzige Kind meines betagten Vaters. Die Eltern meiner Mutter sind Holocaustüberlebende. Ich dachte lange: Ich kann sie doch nicht einfach zurücklassen!“

Trotz des erstarkenden Antisemitismus fühlte sich Rachelle in den liberalen intellektuellen Kreisen, in denen sie verkehrte, weiterhin beheimatet. Doch in den letzten Jahren erlebte sie zu ihrer Bestürzung, wie selbst ihre liberalen Freunde sich mehr und mehr an ihrer jüdischen Identität zu stören schienen. Sie fühlte sich verraten – von der Gesellschaft, an die sie ihr Leben lang geglaubt hatte.

Zufluchtsort Israel

Den letzten Impuls, der sie zur Alijah bewegte, gaben ihr ihre jesidischen Freunde. „Welch ein Glück, dass du eine Heimat hast, in die du fliehen kannst“, sagten sie. „Wir würden alles dafür geben, ein eigenes Land zu haben.“ Über Jahrhunderte erlebte Rachelles Familie Vertreibung und Verfolgung und fand nie eine echte Heimat. „Ich bin nun die Erste in meiner Familie seit vielen Generationen, die in Israel Wurzeln schlagen wird“, sagte sie vor ihrem Abschied von Frankreich. Derzeit lernt sie in Jerusalem Hebräisch und schafft damit eine wichtige Grundlage für ihr neues Leben in Israel.

*Name geändert

Bitte helfen Sie bedrängten Juden wie Rachelle, Alijah zu machen und in Israel ein neues Leben aufzubauen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, vielen Dank!

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