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ICEJ trauert um Judith Rosenzweig

Heim für Holocaustüberlebende

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Posted on: 
8 Jan 2020
ICEJ trauert um Judith Rosenzweig

Anfang Dezember haben wir schweren Herzens von Judith Rosenzweig, die fünf Jahre lang im Haifa-Heim wohnte, Abschied genommen. Der Gesundheitszustand der 89-jährigen Holocaustüberlebenden hatte sich zuletzt stark verschlechtert. In den Tagen vor Judiths Tod konnte Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin für das Haifa-Heim, gute gemeinsame Zeiten mit ihr verbringen, die Judith trotz Schmerzen und Krankheit viel Freude brachten. „Meine Jahre im Haifa-Heim gehören zu den glücklichsten meines Lebens“, pflegte Judith zu sagen. Hier fühlte sie sich beschützt, umsorgt und freute sich über die Gemeinschaft mit den anderen Bewohnern. (Foto: ICEJ, Judith Rosenzweig mit Yudit Setz)

Judiths Geschichte

Judith Rosenzweig wurde am 2. März 1930 in Bernau (Brno/Tschechoslowakei) geboren. 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert. Sie überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Groß-Rosen und Bergen-Belsen. Nach dem Holocaust ging sie zurück nach Bernau. Doch sie wollte nicht an einem Ort bleiben, wo sie nicht erwünscht war. Als 18-Jährige ging sie nach Israel, wo sie am 15. Mai 1948, einen Tag nach der Staatsgründung, ankam. Nachdem sie in ihrem jungen Leben schon viel Tod und Sterben erlebt hatte, entschied sie sich Geburtshelferin zu werden. Judith heiratete einen Holocaustüberlebenden und bekam drei Kinder sowie Enkel und Urenkel.

Herzensanliegen

„Ich hatte das große Privileg, Judith im Haifa-Heim kennenzulernen“, erinnert sich Yudit Setz. Judith sprach mehrere Sprachen und mit ihrer herzlichen Persönlichkeit fiel es ihr leicht, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Erst vor ein paar Jahren begann sie damit, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. „Es wurde ihr zum dringlichsten Anliegen, ihre Erlebnisse weiterzugeben, da sie Angst hatte, dass die Menschen den Holocaust vergessen könnten oder gar leugnen, dass es ihn je gab“, sagte Yudit, die Judith auf mehreren Reisen, darunter zur ICEJ nach Deutschland, begleitete. Auch Schülern erzählte Judith dort ihre Geschichte.

Segensreiche Hilfe

In den letzten Monaten ihres Lebens, in denen Judith immer kränker wurde, sandte Gott wieder und wieder Volontäre, gerade aus Deutschland, die liebevoll für sie sorgten. „Es war, als ob Gott ihr in dieser Zeit zeigen wollte, wie sehr er sie liebt“, berichtete Yudit. „Mit großer Traurigkeit nehmen wir Abschied von unserer geliebten Judith. In ihrer Jugend durchlitt sie Schreckliches und den Verlust ihrer Eltern, aber sie lehrte uns inmitten von Schwierigkeiten durchzuhalten, Not zu überwinden und nicht aufzugeben.“

Abschied von Haifa-Heim-Bewohnern

Auch von einigen anderen geliebten Bewohnern unseres Heims für Holocaustüberlebende mussten wir uns 2019 verabschieden, darunter Schoschanna Naeh (93), Yacov Waldmann (93) und Schoschanna Kolmer (99). Die ICEJ bedankt sich bei allen Spendern und Freunden, die das Haifa-Heim durch eine Patenschaft unterstützen, für die Bewohner beten und Grußkarten schreiben. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, Überlebenden der Schoah einen Lebensabend in Würde und liebevoller Gemeinschaft zu ermöglichen. Danke für Ihre Treue!

Bitte helfen Sie uns weiterhin, die hochbetagten Bewohner unseres Haifa-Heims liebevoll zu versorgen. Verwendungszweck: „Haifa-Heim“ Herzlichen Dank!

Zum Spendenportal

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Judith Rosenzweig erzählte 2016 bei einem ICEJ-Event in Deutschland ihre Geschichte. Die Audio-Aufnahme kann als MP3-Download unter www.icej-shop.de erworben werden.

 

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