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Puppenspielerin ermutigt Neueinwanderer

Die Geschichte einer Heimkehr

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Posted on: 
25 Feb 2021
Puppenspielerin ermutigt Neueinwanderer

Die Puppentheater-Künstlerin Ayala, eine russische Einwanderin, hat dieses Jahr den ersten Preis eines Wettbewerbs für soziale Unternehmerinnen gewonnen, den die ICEJ sponserte. Dieser war Teil eines Kurses für elf Unternehmerinnen aus der Peripherie in Israel, die mit ihren Kleinunternehmen etwas zum Familieneinkommen dazuverdienen. Sie erhielten Ratschläge und Informationen zur Geschäftsführung und zum Marketing. Der Wettbewerb forderte die Frauen heraus, einen sozialen Aspekt in ihr Geschäftsmodell aufzunehmen, durch den die israelische Gesellschaft gestärkt werden kann. Ayala erzählt in einem Puppenspiel ihre Geschichte und ermutigt damit andere Einwanderer.

Foto: Privat, Ayala beim Puppenspiel

Ayalas Geschichte

„Ich wurde als ‚Olga’ in Russland geboren. Meine Mutter ist jüdisch, mein Vater kam aus einer christlichen Familie“, erzählte Ayala. „Auch meine Großmutter ist Jüdin. Aber ‚Jude‘ genannt zu werden ist in Russland kein Kompliment. Daher sprach meine Familie nicht über ihre jüdische Herkunft.“ In Russland prägt meist der Vater die Familie. So wurde Olga getauft und ging zur Kirche. „In meinem Herzen wusste ich immer, dass es Gott gibt.“ Als sie in der Schule ‚Jude‘ genannt und manchmal auch geschubst wurde, war Olga geschockt – sie hatte immer geglaubt, Russin zu sein. Erst als sie mit zwölf Jahren ihre nach Israel ausgewanderte Großmutter besuchte, verstand sie, dass sie jüdischer Herkunft war. „Ich liebte Israel und beschloss hier zu leben, selbst wenn ich alleine kommen müsste“, erinnerte sich Ayala. Als 14-Jährige kam sie nach Israel – ohne ihre auseinanderfallende Familie.

Neustart in Israel

„Ich bewarb mich für eine jüdisch-religiöse Schule, obwohl ich nicht jüdisch erzogen worden war. Auf meine Nachfrage sagten sie, ich brauche nur einen Rock tragen und dass es keine Jungen dort gebe, das war alles“, lächelte sie in Erinnerung an die große Umstellung. „Aber plötzlich durfte ich mein Brot nicht mehr gleichzeitig mit Wurst und Käse belegen und am Schabbat keine Lichtschalter betätigen. Ich hatte keine Ahnung vom Schabbat oder den jüdischen Speisegesetzen. Aber ich musste ein neues Leben in Israel anfangen und Hebräisch lernen, damit meine Mutter und mein Bruder auch kommen konnten – was sie schließlich taten.“ Doch auch in Israel erlebte Olga als Immigrantin Ausgrenzung. „Du bist Russin, geh zurück nach Russland!“, wurde ihr gesagt, obwohl sie in Russland als Jüdin, nicht als Russin angesehen worden war. In der 11. Klasse wollte Olga nicht mehr als Russin gelten. Sie änderte ihren Namen in Ayala und entschied sich für den jüdisch-orthodoxen Glauben, obwohl ihre Familie nicht religiös war. „Es war nicht leicht und ich fühlte mich oft allein“, sagte sie.

Angekommen

Ayala studierte darstellende Kunst mit Schwerpunkt Puppentheater. Sie war sportlich und betrieb Triathlon. Dadurch wuchs ihr Selbstvertrauen. „Ich erkannte, dass ich besonders bin, ich spreche drei Sprachen und kam allein nach Israel“, erklärte die heute 33-Jährige. Sie heiratete und bekam vier Kinder. Aus ihren Erfahrungen wurde ihre Geschäftsidee geboren. Ihr Puppentheater „Ayaluschka“ weist auf ihre russische Herkunft hin. „Mit meiner Geschichte ermutige ich Neueinwanderer: Der Anfang ist schwer, ihr fühlt euch oft allein und braucht Hilfe, aber am Ende wird alles gut. Seht mich an!“, strahlte sie. „Ich danke Gott, dass er mich hergebracht hat, und für die guten Menschen, die mir geholfen haben.“

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